22/04/2026
Gebrauchtwagen im Ausland kaufen: So geht’s sicher

Ein Auto aus dem Nachbarland klingt oft verlockend: günstigerer Preis, bessere Ausstattung, Modelle die es hierzulande gar nicht gibt. Doch wer unvorbereitet kauft, erlebt schnell, wie aus dem vermeintlichen Schnäppchen ein teures Problem wird.
Wer einen Gebrauchtwagen im Ausland kaufen will, muss mehr im Blick haben als nur den Angebotspreis. Importregeln, Zulassungskosten und die Fahrzeughistorie bestimmen, ob sich der Kauf am Ende wirklich lohnt.
Dieser Artikel zeigt, worauf es beim Auto kaufen im Ausland ankommt – von den ersten Schritten bis zur deutschen Zulassung. Ein carVertical-Bericht gehört dabei zu den ersten Schritten: Er zeigt, ob das Fahrzeug hält, was das Angebot verspricht.
Angst, ein Autowrack zu kaufen?
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Auto aus dem Ausland importieren: Was du in Deutschland beachten musst
Wer ein Auto im Ausland kauft, merkt schnell: Es geht um mehr als nur den Kaufvertrag. Für die Heimfahrt benötigst du ein Ausfuhrkennzeichen des Verkaufslandes – ohne das kommst du nicht legal über die Grenze.
Ob danach Zölle, Steuerfristen oder eine technische Einzelabnahme auf dich warten, hängt davon ab, woher das Fahrzeug stammt und wie alt es ist.
Steuern und Abgaben
Beim Autokauf im Ausland fallen für den Import Steuern und Gebühren an, deren Höhe stark vom Einzelfall abhängt – Sonderregelungen eingeschlossen. Erkundige dich daher vorher genau über die tatsächlich anfallenden Kosten.
Hier ein kurzer Überblick:
- Zölle: für Pkws normalerweise 10 % (Motorräder 8 %, Lkws oder Sonderfahrzeuge je nach Gesamtgewicht, Hubraum und Antriebstechnik) auf Fahrzeugwert zzgl. Transportkosten. Fahrzeuge, die in der EU/EFTA produziert wurden, sind vom Einfuhrzoll befreit, wenn ein Ursprungsnachweis des Herstellers vorliegt. Diese Regel gilt auch für E-Autos und Wohnmobile.
- Einfuhrumsatzsteuer: entspricht der Mehrwertsteuer von 19 % des Fahrzeugwerts einschließlich Zoll und Transportkosten. Bei Fahrzeugen aus der EU/EFTA fällt sie nur bei Neuwagen an (unter 6.000 km oder jünger als 6 Monate). Kaufst du bei einem gewerblichen Händler, ist dieser in seinem Land mehrwertsteuerpflichtig.
- Fahrzeugeinzelbesteuerung: Wenn du ein neues Auto im EU-Ausland kaufst, musst du die Umsatzsteuer in Deutschland beim Finanzamt anmelden (§ 16 Abs. 5a UStG).
- Übersiedlungsgut: Wenn du deinen Wohnsitz nach Deutschland verlegst und das Fahrzeug bereits mindestens 6 Monate im Ausland auf dich zugelassen war, kannst du es zoll- und steuerfrei einführen.
- Oldtimer: Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind, profitieren von 0 % Einfuhrzoll und einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 %.
- Kfz-Steuer: Nach der Zulassung in Deutschland fällt jährlich Kraftfahrzeugsteuer an. Deren Höhe richtet sich nach CO₂-Ausstoß und Hubraum.
Pro-Tipp
Beim Kauf eines Neuwagens im EU-Ausland hast du nur 10 Tage Zeit, die Fahrzeugeinzelbesteuerung beim Finanzamt einzureichen. Eine verspätete Abgabe kann Säumniszuschläge nach sich ziehen.
Benötigte Unterlagen
Für einen reibungslosen Import eines Gebrauchtwagens musst du alle erforderlichen Unterlagen bereithalten. In der Regel sind das:
- Kaufnachweis: zeigt, dass du der rechtmäßige Eigentümer bist
- Fahrzeugpapiere: die ausländischen Fahrzeugdokumente (entspricht dem deutschen Fahrzeugschein/-brief bzw. Zulassungsbescheinigung Teil I & II)
- EG-Übereinstimmungsbescheinigung (COC-Papier): Nachweis, dass das Fahrzeug in der EU eine Typengenehmigung hat
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass
- EVB-Nummer: elektronische Versicherungsbestätigung zur Anmeldung in Deutschland
Importierst du das Fahrzeug aus einem Nicht-EU-Land, sind zusätzlich folgende Dokumente nötig:
- Zollanmeldung und Einfuhrnachweis: Vom Zoll abgestempelt bei der Einfuhr
- Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung und Zollquittung: Nachweis, dass keine offenen Zollforderungen bestehen
- Fahrzeugdatenblatt und Einzelabnahme durch den TÜV: für Fahrzeuge ohne EU-Typgenehmigung (COC)
Bei EU-Importen brauchst du meist keine Übersetzungen, außer bei seltenen Sprachen oder wenn die Zulassungsstelle es verlangt. Bei Fahrzeugpapieren und Kaufverträgen aus nicht-EU-Importländern ist es jedoch deutlich wahrscheinlicher, dass du eine Übersetzung ausländischer Dokumente benötigst (in seltenen Fällen auch beglaubigt).
Vergewissere dich in jedem Fall, welche Dokumente in dem Verkaufsland und in deinem Heimatland erforderlich sind – das kann dir später viel Ärger ersparen.
Prüfungs- und Testanforderungen
In Deutschland muss ein Auto vor der Zulassung eine technische Prüfung bei TÜV, DEKRA oder einer anderen Prüfstelle durchlaufen.
- EU-Import mit COC-Papier: Es ist nur eine normale Hauptuntersuchung (HU) nötig – wie bei jedem deutschen Gebrauchtwagen.
- Nicht-EU-Import oder kein COC-Papier: Hier ist ein Vollgutachten nach § 21 StVZO nötig („Einzelabnahme“). Dies beinhaltet eine gründliche Prüfung, den Abgleich mit deutschen Vorschriften und erfordert ggf. technische Modifikationen (z. B. Scheinwerfer, Tachometer auf km/h)
Wenn die Prüfung bestanden ist, erhältst du ein Prüfprotokoll bzw. Gutachten – das ist Voraussetzung für die Zulassung.
Besondere Vorschriften für Importe aus Nicht-EU-Ländern
Fahrzeugimporte aus Ländern außerhalb der EU werden strenger kontrolliert und müssen mitunter modifiziert werden, um deutschen Anforderungen zu genügen. Fahrzeuge aus den USA etwa müssen vor der Zulassung an EU-Abgas- und Lärmschutznormen angepasst werden.
Auch wer ein Auto aus der Schweiz oder Norwegen importiert, sollte die geltenden Zollregeln vorab prüfen – EFTA-Länder haben zwar Sonderabkommen mit der EU, unterliegen dennoch eigenen Einfuhrbestimmungen.
Pro-Tipp
Um die Emissionsklasse eines Autos zu kontrollieren, ob es die lokalen Standards erfüllt, kannst du einen carVertical-Bericht nutzen, der oft Emissionsdaten enthält.
Örtliche Vorschriften beim Autoimport
Ein importiertes Auto legal einzuführen ist eine Sache – es dauerhaft im Alltag nutzen zu können eine andere. Welche Vorschriften gelten, hängt nicht nur vom Herkunftsland ab, sondern auch davon, wo du in Deutschland fährst.
- Lokale Abgasvorschriften: Viele deutsche Städte haben Umweltzonen, in denen nur Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren dürfen. In Städten wie Berlin, München oder Stuttgart gelten zusätzlich Dieselfahrverbote, die unabhängig von der Plakette greifen – Dieselfahrzeuge mit Euro 4 oder Euro 5 können dort trotz grüner Plakette gesperrt sein. Prüf daher vorab, ob dein Importfahrzeug die dort geltenden Normen erfüllt.
- Technische Anforderungen: Fahrzeuge aus Ländern mit Linksverkehr müssen unter Umständen die Scheinwerfer neu ausrichten lassen. Kommt das Auto aus einem Land, das Meilen pro Stunde verwendet, muss der Tacho auf km/h umgestellt werden.
- Fahrzeugtypenbeschränkungen: In Deutschland sind Importautos nur zulassungsfähig, wenn sie fahrbereit sind, die Abgasgrenzwerte einhalten und eine gültige Fahrgestellnummer haben. Mit einem carVertical-Bericht kannst du die Originaldaten des Fahrzeugs prüfen, bevor du überhaupt Kontakt mit dem Verkäufer aufnimmst.
Kosten und Finanzplanung beim Autokauf im Ausland
Hast du schon einmal ausgerechnet, was ein Auto aus dem Ausland tatsächlich kostet? Steuern, Transportkosten, TÜV-Gebühren und mögliche Umbaukosten summieren sich schnell. Wer diese Kosten nicht einkalkuliert, erlebt beim Zoll oder an der Zulassungsstelle böse Überraschungen.
- Fahrzeugpreis: Der Ausgangspunkt deiner Kalkulation. Recherchiere vorab vergleichbare Modelle, um die Preisspanne realistisch einzuschätzen.
- Marktpreis-Check: Mit der Marktpreis-Funktion im carVertical-Bericht kannst du prüfen, ob der Angebotspreis marktgerecht ist, überhöhte Forderungen erkennen und versteckte Mängel im Preis berücksichtigen. Ein Blick in den carVertical-Markttransparenzindex hilft dir außerdem, das Betrugsrisiko im jeweiligen Herkunftsland besser einzuschätzen.
- Transport: Je nach Entfernung und Methode (Selbstabholung, Autotransporter, Spedition) musst du für EU-Importe mit etwa 100–500 Euro, für Nicht-EU-Importe mit 1.000–2.500 Euro rechnen.
- Zölle und Steuern: Bei EU-Gebrauchtwagen entfallen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer in der Regel, sofern das Fahrzeug nicht als Neuwagen gilt (unter 6.000 km oder jünger als 6 Monate). Bei Nicht-EU-Importen kommen rund 10 % Zoll auf den Fahrzeugwert plus 19 % Einfuhrumsatzsteuer auf den Gesamtbetrag hinzu.
- Zulassung und TÜV: Für EU-Importe mit COC-Papier liegen die Kosten bei etwa 100–200 Euro. Bei Nicht-EU-Fahrzeugen ohne COC – inklusive Einzelabnahme und ggf. technischer Modifikationen – können es 200–500 Euro oder mehr werden.
- Zusätzliche Kosten: Inspektionsgebühren, Reparaturen und nötige Umbauten solltest du als Puffer einplanen.
Ein Beispiel: Ein Fahrzeug aus einem Nicht-EU-Land mit einem Kaufpreis von 20.000 Euro und Frachtkosten von 900 Euro kommt nach Zahlung von Zoll (10 %) und Einfuhrumsatzsteuer (19 %) auf einen Gesamtpreis von rund 27.358 Euro – noch ohne Zulassung und eventuelle Umbauten.
Kostenart | EU-Import | Nicht-EU-Import |
Fahrzeugpreis | variabel | variabel |
Zoll | 0 Euro | ~10 % des Fahrzeugwerts |
Einfuhrumsatzsteuer | 0 Euro (Gebrauchtwagen) | 19 % (Preis + Fracht + Zoll) |
Transport | ~100–500 Euro | ~1.000–2.500 Euro |
COC-Dokumente | in der Regel vorhanden | oft Einzelabnahme nach § 21 StVZO nötig |
Zulassung / TÜV | ~100–200 Euro | ~200–500 Euro+ (inkl. Umbauten) |
Beispiel Gesamtkosten | ~300–700 Euro | ~27.358 Euro (bei 20.000 Euro Kaufpreis) |
Zahle möglichst per Kreditkarte oder Banküberweisung – das lässt sich im Streitfall nachweisen und ist deutlich sicherer als Barzahlung.
Auto im EU-Ausland kaufen: Was du je nach Land wissen solltest
Innerhalb der EU gelten zwar gemeinsame Grundregeln, die Details unterscheiden sich jedoch von Land zu Land. Eigene Dokumente, Abmeldeprozesse und Kaufvertragsklauseln können den Unterschied zwischen einer reibungslosen Abwicklung und einem teuren Nachspiel ausmachen.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich.
Land | Wichtige Dokumente | Besonderheit | Vorteil | Risiko |
Niederlande | Export kenteken, COC | Schnelle Abmeldung, MwSt. meist enthalten | Junge, gepflegte Fahrzeuge | Exportformalitäten |
Österreich | Typenschein, COC | NOVA bereits bezahlt | Ähnlicher Markt wie DE | Geringerer Preisvorteil |
Frankreich | Carte Grise, CSA | „lu et approuvé" im Vertrag Pflicht | Große Auswahl | Mögliche Pfandrechte |
Tschechien | Kleine + große technische Karte | Günstige Preise | Schnäppchenpotenzial | Erhöhtes Betrugsrisiko (Tachomanipulation) |
Dänemark | Registreringsattest | Steuererstattung beim Export | Gut ausgestattete Fahrzeuge | Komplexe Preisstruktur |
Italien | Carta di Circolazione, Certificato di Proprietà | Radiazione vor Transport nötig | Attraktive Preise | Bürokratie, Verzögerungen |
Auto in den Niederlanden kaufen
Die Niederlande zählen zu den gefragtesten Märkten für Gebrauchtwagen aus dem EU-Ausland. Das Angebot ist groß und die Fahrzeuge sind oft jünger und gut gepflegt. Für die Heimfahrt benötigst du ein sogenanntes Export-Kennzeichen – ein niederländisches Ausfuhrkennzeichen –, das unkompliziert zu beantragen ist.
Die Mehrwertsteuer ist beim Kauf von einem Privat- oder Händlerverkauf in der Regel bereits im Preis enthalten, sodass du in Deutschland keine zusätzliche Einfuhrumsatzsteuer zahlst. Das Auto muss vor dem Export in Holland abgemeldet werden. Ohne diese Bescheinigung ist die Zulassung in Deutschland nicht möglich.
Auto in Österreich kaufen
Der österreichische Gebrauchtwagenmarkt ähnelt dem deutschen stark. Große Preisvorteile sind daher seltener. Das wichtigste Fahrzeugdokument ist der Typenschein, das österreichische Pendant zum deutschen Fahrzeugbrief, und sollte beim Kauf unbedingt vorliegen.
Für die Überführung nach Deutschland ist ein Kurzzeitkennzeichen zulässig. Die österreichische Normverbrauchsabgabe (NOVA) ist beim Autokauf in der Regel bereits vom Erstbesitzer bezahlt worden und fällt für dich nicht erneut an. Für das Anmelden in Deutschland brauchst du außerdem das COC-Papier. Stelle sicher, dass der Verkäufer es dir aushändigt.
Auto in Frankreich kaufen
Ein Auto in Frankreich zu kaufen hat einige Besonderheiten, die du vor der Unterschrift kennen solltest. Das Fahrzeugdokument heißt Carte Grise (Zulassungsschein), beim Eigentümerwechsel kommt ein Certificat de Cession hinzu. Im Kaufvertrag muss der Käufer die Klausel „lu et approuvé" handschriftlich eintragen und unterschreiben – ohne das ist der Vertrag nicht rechtsgültig.
Für die Heimfahrt wird in der Regel ein französisches Ausfuhrkennzeichen benötigt, da ein deutsches Kurzzeitkennzeichen im Ausland meist nicht anerkannt wird. Ein weiterer Punkt, den viele übersehen: In Frankreich können Fahrzeuge mit einem Pfandrecht (Gage) belastet sein, das bei einem Verkauf nicht automatisch erlischt.
Pro-Tipp
Lass dir vom Verkäufer immer das CSA-Zertifikat (Certificat de situation administrative) aushändigen. Es darf nicht älter als 15 Tage sein. Ohne dieses Dokument kannst du ein mögliches Bankpfandrecht auf das Fahrzeug nicht ausschließen.
Auto in Tschechien kaufen
Im Vergleich zu Deutschland hat Tschechien oft deutlich niedrigere Gebrauchtwagenpreise, was den Markt attraktiv, aber auch riskanter macht. Die Fahrzeugdokumente bestehen aus zwei Teilen: der kleinen technischen Karte (malý technický průkaz, MTPK) und der großen technischen Karte (velký technický průkaz, VTPK). Beide müssen beim Kauf vorliegen.
Das COC-Papier ist für die Zulassung in Deutschland unverzichtbar. Prüfe deshalb vorab, ob es vorhanden ist. Da Tachomanipulation auf dem tschechischen Gebrauchtwagenmarkt weit verbreitet ist, wäre ein Bericht zur Fahrzeughistorie vor dem Kauf äußerst sinnvoll.
Auto in Dänemark kaufen
Wenn du ein Auto in Dänemark kaufst und es anschließend in Deutschland zulassen willst, profitierst du von einer Besonderheit des dänischen Markts: Beim Verkauf ins Ausland wird ein Teil der bereits gezahlten Zulassungssteuer erstattet, was den Preis attraktiv macht. Das dänische Fahrzeugdokument heißt Registreringsattest und entspricht dem deutschen Fahrzeugschein.
Für die Überführung beantragst du Exportplader beim dänischen Motorstyrelsen. Das ist in der Regel unkompliziert. Dänische Fahrzeuge sind häufig gut ausgestattet, unter anderem aufgrund der klimatischen Anforderungen. Die Preisstruktur mit Steuererstattung kann komplex erscheinen. Lass dir deshalb die genaue Berechnung vom Verkäufer schriftlich bestätigen.
Auto in Italien kaufen
Italien bietet attraktive Preise. Wenn du ein Auto in Italien kaufen und es in Deutschland zulassen willst, solltest du allerdings etwas mehr Geduld mitbringen. Die relevanten Fahrzeugdokumente sind die Carta di Circolazione (Zulassungsbescheinigung) und das Certificato di Proprietà (Eigentumsnachweis).
Bevor das Fahrzeug nach Deutschland transportiert werden darf, muss es in Italien offiziell für den Export abgemeldet werden. Dieser Vorgang wird „Radiazione per esportazione” genannt. Die daraus resultierende Abmeldebescheinigung ist für die spätere Zulassung in Deutschland Pflicht. Plane für diesen Schritt etwas Zeit ein, da die Bearbeitung bei den italienischen Behörden gelegentlich länger dauern kann.
Vertrauenswürdige Verkäufer erkennen
Der günstigste Verkäufer ist nicht immer der beste. Im Ausland gilt das mehr denn je. Mobile.de und AutoScout24 listen Fahrzeuge aus ganz Europa und bieten zumindest einen ersten Anhaltspunkt zur Seriosität der Händler.
Unabhängig davon, wo du suchst, lohnt sich eine gründliche Prüfung des Verkäufers, denn Betrugsmaschen beim Autokauf sind gerade bei Auslandsgeschäften keine Seltenheit.
- Prüfe die Reputation: Recherchiere, ob es Beschwerden gibt. Schau dir Onlinebewertungen, lokale Foren und Käuferbewertungen an. Bei Händlern lohnt sich zusätzlich ein Check der behördlichen Registrierung.
- Bewerte die Transparenz: Seriöse Verkäufer machen detaillierte Angaben, beantworten Fragen offen und lassen eine Besichtigung zu. Wer ausweicht oder drängt, solltest du als Warnsignal werten.
- Vergleiche Preise: Liegt der Preis deutlich unter vergleichbaren Angeboten, kann das auf versteckte Mängel hinweisen – oder auf Betrug.
- Kläre die Eigentumsverhältnisse: Lass dir die Original-Zulassungspapiere zeigen und prüfe, ob der Verkäufer tatsächlich der eingetragene Eigentümer ist.
Ein besonders verbreitetes Warnsignal: Ein Fahrzeug wird zunächst im Inland inseriert, beim Kontakt stellt sich dann heraus, dass es sich „gerade im Ausland“ befindet und nur von dort abgeholt werden kann. Das ist ein klassisches Muster bei Betrugsversuchen.
Wer mehrere Warnsignale bemerkt, sollte vor jedem weiteren Schritt einen FIN-Check durchführen, um verfügbare Daten zur Fahrzeughistorie zu prüfen.
Fahrzeugzustand und Historie vor dem Kauf prüfen
Ein gutes Angebot kann sich schnell als schlechter Kauf herausstellen wenn du nicht weißt, was das Fahrzeug hinter sich hat. Vorgeschichte und Zustand zu prüfen ist deshalb kein optionaler Schritt, sondern unverzichtbar.
Hilfe von einem Experten vor Ort holen
Du kannst nicht persönlich vor Ort sein, um das Auto zu inspizieren? Dann solltest du jemanden vor Ort bitten – einen Freund oder einen empfohlenen Sachverständigen –, zu überprüfen, ob das Fahrzeug den Angaben des Verkäufers entspricht. Diese Person kann den äußeren Zustand begutachten, die Fahrgestellnummer prüfen und dir eine unvoreingenommene Einschätzung geben.
Auch Vermittlerfirmen unterstützen dich beim Autokauf im Ausland. Sie kümmern sich um alles, von der Fahrzeugprüfung und den Papieren bis zum Transport und der Zollabfertigung.
Egal, ob du über einen Vermittler kaufst oder alles selbst in die Hand nimmst: Prüfe die Fahrzeughistorie mit einem carVertical FIN-Check. Wer diesen Teil der Recherche selbst macht, hat mehr Kontrolle und geht informierter in die Verhandlung.
„Wenn ich ein Auto im Ausland nicht selbst sehen kann, prüfe ich als Erstes die komplette Historie anhand der FIN und lasse mir alle Unterlagen schicken. Passt da etwas nicht zusammen oder fehlen Informationen, ist der Deal für mich sofort erledigt – egal wie gut der Preis ist“, sagt Omid Mouazzen.
Auto aus dem Ausland kaufen?
Ein gutes Angebot im Ausland ist nicht immer das, was es scheint – prüf die Fahrzeughistorie, bevor du kaufst
Kilometerstand und Laufleistungsverlauf einordnen
Die gefahrenen Kilometer beeinflussen stark den Zustand und damit den Wert eines Kraftfahrzeugs, daher wird vor allem bei Importen häufig der Kilometerzähler manipuliert. Vergewissere dich daher immer mit einem carVertical-Bericht über den Kilometerstand des Autos, um Tachomanipulationen auszuschließen und andere verdächtige Muster zu erkennen.
Typische Warnsignale be der Überprüfung der Laufleistung sind:
- Lücken in der Fahrleistung: Große Lücken zwischen den aufgezeichneten Kilometerständen deuten auf fehlende Aufzeichnungen oder mangelnde regelmäßige Wartung hin.
- Stagnation: Wenn sich der Kilometerstand über einen längeren Zeitraum nicht ändert, stand das Fahrzeug still – entweder wegen technischer Probleme, eines Unfalls oder weil es abgemeldet war.
- Geringe Laufleistung: Ist die Laufleistung für das Alter des Autos ungewöhnlich niedrig, frage dich, ob das Auto wirklich wenig gefahren wurde oder jemand am Kilometerzähler manipuliert hat.
Schadenshistorie prüfen
Die Unfallhistorie eines Autos hilft dir, den Zustand des Fahrzeugs nüchtern einzuschätzen und dich auf mögliche Folgekosten vorzubereiten. Informiere dich deshalb unbedingt über frühere Schäden, bevor du das Auto kaufst.
Im folgenden Auszug aus dem carVertical-Bericht sind beispielsweise ein Schaden mit geschätzten Reparaturkosten zwischen 5.001 und 10.000 EUR verzeichnet:
Wurde ein Unfallschaden unsachgemäß repariert, können nach dem Kauf Probleme auftreten, die die Leistung und Sicherheit des Fahrzeugs beeinträchtigen und teure Folgereparaturen nach sich ziehen.
Bei Importen aus den USA solltest du besonders auf die Fahrzeugtitel achten. Fahrzeuge mit Markierungen wie „Salvage“ (Unfallwagen) oder „Rebuilt“ (wiederaufgebaut) hatten möglicherweise schwere Unfälle erlitten oder wurden durch Überschwemmungen beschädigt und können noch Mängel aufweisen.
Ein carVertical FIN-Check kann außerdem anzeigen, ob ein Fahrzeug als gestohlen gemeldet wurde, sofern die entsprechenden Daten verfügbar sind. Gerade beim Autokauf im Ausland, wo sich die Eigentumshistorie schwerer prüfen lässt, lohnt sich diese Überprüfung.
Nutzungshistorie prüfen
Zu wissen, wie viele Vorbesitzer ein Auto hatte, gibt dir einen guten Eindruck davon, wie es gepflegt wurde. Viele Besitzerwechsel erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Problemen. Zudem ist es wichtig zu wissen, wer der Besitzer war und ob das Auto irgendwelchen ungewöhnlichen Bedingungen ausgesetzt wurde.
Mit den Informationen in den Abschnitten „Zeitraum“ und „Prüfung auf gewerbliche Nutzung“ im carVertical-Bericht bekommst du ein klareres Bild.
Während im Abschnitt „Zeitraum“ Änderungen der Besitzverhältnisse aufgeführt sind, kannst du im Abschnitt „Prüfung auf gewerbliche Nutzung“ des Berichts sehen, ob das Auto von der Polizei, einer Autovermietung oder für andere gewerbliche Zwecke genutzt wurde.
Ein ehemaliges Taxi, Polizeiauto oder Mietfahrzeug zu kaufen, ohne zu wissen, was es schon erlebt hat, ist riskant. Diese Fahrzeuge werden meist stark beansprucht, sind viel unterwegs und oft harten Bedingungen ausgesetzt.
Ausrangierte Taxis und Polizeiautos haben häufig hohe Laufleistungen, Mietwagen wurden von wechselnden, manchmal unerfahrenen Fahrern bewegt. All das hinterlässt Spuren.
Sichtbare Verschleißspuren im Blick haben
Schau dir, wann immer möglich, das Auto persönlich an. Wenn das nicht geht, lass dir ein paar gute Fotos schicken und achte auf Folgendes:
- Zustand der Karosserie: Dellen, Kratzer, Rost oder uneinheitliche Lackierung, die auf frühere Unfälle oder schlampige Reparaturen hindeuten können.
- Lackqualität: Verblasster oder abblätternder Lack kann ein Anzeichen dafür sein, dass das Fahrzeug rauen Umwelteinflüssen ausgesetzt war.
- Glas und Beleuchtung: Achte auf Risse oder Absplitterungen. Das Auswechseln von Fensterscheiben, Spiegeln oder Scheinwerfern geht ganz schön ins Geld.
- Reifen: Wenn die Reifen ungleichmäßig abgenutzt sind, deutet das auf Probleme mit der Spurhaltung oder der Aufhängung hin.
- Innenraum: Vernachlässigte Fahrzeuge weisen oft beschädigte Polster, unangenehme Gerüche und fleckige Teppiche auf.
- Motorraum: Achte auf Flüssigkeitslecks, rissige Schläuche oder abgenutzte Riemen.
Wenn du das Auto nicht persönlich in Augenschein nehmen kannst, studiere die Bilder in der Anzeige genau (und bitte den Verkäufer um weitere Bilder oder gar ein Video). Auch ein carVertical-Bericht kann historische Fotos aus früheren Inspektionen, Auktionen oder Versicherungsgutachten enthalten, die bei der Erkennung früherer Schäden hilfreich sein können. Die KI-Schadensfunktion erkennt Schäden auf Fotos automatisch – ein nützlicher Zusatz, wenn du das Fahrzeug nicht selbst sehen konntest.
Probefahrt machen
Die Probefahrt zeigt, was Fotos und Beschreibungen nicht können: wie sich das Auto wirklich fährt. Wenn du den Verkäufer im Ausland aufsuchen kannst, liefert eine persönliche Probefahrt dir wichtige Erkenntnisse:
- Überprüfe die Beschleunigung und das Bremsen: Achte darauf, dass der Motor gut anspricht und die Bremsen richtig funktionieren.
- Achte auf ungewöhnliche Geräusche: Quietschen, Klappern oder schleifende Geräusche sind möglicherweise ein Indiz für Probleme.
- Komfort und Handling testen: Eine ruhige Fahrt und ein reaktionsschnelles Lenkrad sind immer ein gutes Zeichen.
- Instrumente und Elektronik kontrollieren: Vergewissere dich, dass alle Lichter, Anzeigen und Infotainmentsysteme funktionieren.
Fachkundige Inspektion durchführen lassen
Vor allem, wenn du ein Auto importieren willst, ist eine gründliche Inspektion durch einen Fachmann wichtig. Ein Kfz-Mechaniker oder ein Inspektionsdienst vor Ort kann den Zustand des Fahrzeugs auch aus der Ferne überprüfen, manchmal sogar per Videoanruf. Sie helfen dir, versteckte Mängel aufzudecken, und können beispielsweise prüfen, ob ein Lieferwagen fälschlicherweise als SUV zugelassen wurde.
Prüfe deine FIN
Vermeide kostspielige Probleme, indem du die Fahrzeughistorie prüfst. Erhalte sofort einen Bericht!
Transport und Zollabfertigung planen
Ist das Fahrzeug geprüft und der Kauf besiegelt, kommt der nächste Schritt: Transport und Zollabfertigung. Auch hier lohnt sich etwas Vorbereitung:
1.Recherchiere die Transportkosten: Bedenke dabei die Versandkosten, die Kosten für eine Transportversicherung und die Lagergebühren.
2.Wähle eine Transportmethode: Du kannst das Auto entweder selbst fahren, einen Transportdienst beauftragen oder es per Seefracht transportieren lassen.
3.Importzölle und Steuern klären: Diese können je nach Route und Herkunftsland unterschiedlich ausfallen.
4.Bereite die nötigen Unterlagen vor: Stelle sicher, dass alle Zollpapiere vollständig sind, damit es nicht zu Verzögerungen kommt.
5.Organisiere Lieferung und Abholung: Berücksichtige die Logistikkosten, wenn der nächste Hafen oder das nächste Lieferzentrum weit entfernt ist.
Je weiter das Fahrzeug entfernt ist, desto mehr kann unterwegs schiefgehen. Hol dir vor der Buchung mindestens zwei Angebote und kläre vorab, wer bei Verzögerungen haftet.
Auto im Ausland kaufen und in Deutschland anmelden
Das Auto ist gekauft – jetzt muss es noch für den deutschen Straßenverkehr zugelassen werden. Die Abmeldung im Ausland erfolgt nicht automatisch, du musst sie daher aktiv beim Verkäufer einfordern oder selbst veranlassen.
Die Anmeldung in Deutschland erfolgt dann über die Zulassungsstelle an deinem Hauptwohnsitz.
Für die Zulassung brauchst du in der Regel folgende Unterlagen:
- Ausländische Fahrzeugpapiere: Original-Zulassungsbescheinigung oder vergleichbare Dokumente
- Kaufvertrag oder Rechnung: Nachweis der Eigentümerschaft
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass
- EVB-Nummer: elektronische Versicherungsbestätigung
- SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
- EG-Übereinstimmungsbescheinigung (COC): bei EU-Fahrzeugen
- HU-Nachweis (TÜV): Hauptuntersuchung, ggf. mit Abgasuntersuchung
- Vollgutachten nach § 21 StVZO: nur bei Fahrzeugen ohne COC oder aus Nicht-EU-Ländern
- Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt: nur bei Neuwagen aus dem EU-Ausland
Bei Importen aus Nicht-EU-Ländern kommen hinzu:
- Zollnachweis und Einfuhrdokumente: Beleg über bezahlte Zölle und Einfuhrumsatzsteuer
- Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung: Bestätigung, dass keine offenen Forderungen bestehen
- Beglaubigte Übersetzungen: bei fremdsprachigen Fahrzeugpapieren oder Kaufverträgen
Die Zulassungsstelle kann je nach Region zusätzliche Unterlagen verlangen. Ruf vorher an oder informiere dich online, damit du beim Termin nichts vergisst. Was beim Auto im Ausland kaufen und in Deutschland anmelden sonst noch zu beachten ist, haben wir gesondert zusammengefasst.
Wenn du das Fahrzeug später weiterverkaufst oder umziehst, findest du in unserem Ratgeber alle Schritte zur Ummeldung des Autos in Deutschland.
