29/10/2025
Wie man ein Auto in Deutschland ummeldet: Ein ausführlicher Leitfaden

Für den offiziellen Besitzerwechsel eines Fahrzeugs gehört ein für viele unliebsamer Behördengang dazu: Das Auto muss umgemeldet werden. Diese Ummeldung ist gesetzlich vorgeschrieben und sollte möglichst zeitnah durchgeführt werden, damit das Auto nach der Eigentumsübertragung offiziell auf den neuen Besitzer registriert ist.
Damit dabei alles ohne unnötige Verzögerungen glatt über die Bühne geht, ist es wichtig, einige Dinge zu wissen. Wie dieser Vorgang genau abläuft, welche Unterlagen du benötigst und was du beachten musst, um mögliche bürokratische Hürden zu vermeiden, erfährst du in diesem Leitfaden.
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Auto ummelden: Wo beginnt man?
Bei welcher Kfz-Zulassungsstelle die Ummeldung bzw. Umschreibung zu erledigen ist, hängt vom Hauptwohnsitz des neuen Halters ab. Seit 2019 besteht in einigen Regionen zusätzlich die Möglichkeit, die Umschreibung des Fahrzeugs auf den neuen Halter über das Portal „i-Kfz“ online durchzuführen.
In Deutschland gibt es zwar keine bundesweit einheitlich festgelegte Zeitvorgabe, jedoch muss die Umschreibung auf den neuen Fahrzeughalter gemäß der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) unverzüglich erfolgen. Die genaue Frist liegt dabei im Ermessen der jeweiligen Zulassungsstelle, wobei der Kulanzbereich in der Regel einen Monat beträgt. Das Auto schnellstmöglich umzumelden, ist auch besonders wichtig, um beide Seiten vor rechtlichen und finanziellen Problemen zu schützen. Denn rechtlich gesehen gehen die Verantwortungen für das Fahrzeug, wie beispielsweise Bußgelder oder Unfälle, weiterhin zu Lasten des vorherigen Halters.
Erforderliche Dokumente für die Ummeldung
Für einen reibungslosen Halterwechsel benötigst du zum Termin folgende Dokumente:
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass mit einer aktuellen Meldebescheinigung
- Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)
- Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
- Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
- Nachweis über die letzte Hauptuntersuchung (TÜV-Bericht)
- Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer (SEPA-Lastschriftmandat)
- Bisherige Kennzeichen (bei Kennzeichenwechsel)
Eine Umschreibung ist nicht nur beim Kauf oder Verkauf eines Fahrzeugs erforderlich, sondern auch bei einer Erbschaft, einer Schenkung oder im gewerblichen Bereich. In solchen Fällen sind zusätzlich weitere Dokumente erforderlich:
- Bei einer Erbschaft: Erbschein oder ein anderes offizielles Dokument zur Bestätigung der Erbberechtigung.
- Bei einer Schenkung: Formlose Erklärung des bisherigen Halters, dass das Fahrzeug freiwillig übergeben wurde.
- Bei Firmen/Gewerbetreibenden: Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug
- Bei Leasingfahrzeugen: Freigabe vom Leasinggeber oder eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers.
- Bei Vereinen: Vereinsregisterauszug, Vollmacht sowie ein gültiger Ausweis der verantwortlichen Person im Original.
- Bei Vertretung durch Dritte: Schriftliche Vollmacht und Ausweis (Original oder Kopie) des Bevollmächtigten.
Auto bei der örtlichen Zulassungsstelle ummelden
So gehst du vor, wenn du ein Auto persönlich bei der Zulassungsstelle ummelden möchtest:
1.Termin vereinbaren: Bei einigen Kfz-Zulassungsstellen ist eine Terminvereinbarung erforderlich. Informiere dich am besten vorab telefonisch oder auf der Website deiner zuständigen Behörde.
2.Umschreibung beantragen: Lege alle erforderlichen Dokumente bei der Zulassungsstelle vor. Die Sachbearbeiter prüfen dann deine Berechtigung, die Gültigkeit der Dokumente und ob noch offene Kfz-Steuern oder Gebühren aus der früheren Zulassung bestehen.
3.Alte Kennzeichen abgeben oder neue beantragen: Wenn du das bisherige Kennzeichen behalten möchtest, musst du dies nur angeben. Die Schilder müssen dann nicht mitgebracht werden. Ein neues Kennzeichen zu beantragen ist keine Pflicht mehr, d. h., du könntest die Schilder auch aus einem anderen Zulassungsbezirk übernehmen. Für die Beantragung eines neuen Kennzeichens müssen die alten Schilder dagegen zur Entwertung abgegeben werden.
4.Gebühren bezahlen: Die Kosten für die Umschreibung können je nach Region variieren. Beantragst du neue Kennzeichen, solltest du noch weitere Kosten für die Prägung sowie einen Aufschlag bei der Zulassungsstelle miteinkalkulieren.
5.Neue Fahrzeugpapiere entgegennehmen. Nach erfolgreicher Umschreibung erhältst du die aktualisierte Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und gegebenenfalls auch eine neue Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief).
Auto online ummelden
In einigen Bundesländern ist die Kfz-Umschreibung inzwischen online möglich. Beachte jedoch, dass du die Umschreibung mit Halterwechsel nur durchführen kannst, wenn das Auto zuletzt nach dem 01.01.2018 zugelassen wurde, da erst seit diesem Zeitpunkt die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) den erforderlichen Sicherheitscode enthält.
Gehe für eine Online-Umschreibung wie folgt vor:
1.Online-Portal der Zulassungsstelle aufrufen und Nutzerkonto erstellen: Besuche die „i-Kfz“-Website deiner zuständigen Kfz-Zulassungsstelle und erstelle ein persönliches Nutzerkonto oder ein Unternehmenskonto.
2.Identität nachweisen: Bei der Registrierung musst du dich identifizieren. Dafür brauchst du einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID) sowie ein Kartenlesegerät oder die kostenlose Ausweis-App. Alternativ kannst du auch ein ELSTER-Zertifikat verwenden.
3.Daten eingeben und Dokumente hochladen: Folge dazu den Anweisungen in der Antragsmaske des Portals, gib alle notwendigen Daten ein und lade deine Dokumente hoch. Die Antragsdaten werden dann automatisch überprüft.
4.Gebühren bezahlen: Bezahle die Gebühren für die Umschreibung über das ePayment-System. Die verfügbaren Zahlungsmethoden können je nach zuständiger Zulassungsbehörde variieren.
5.Zulassungsbescheid und vorläufiger Zulassungsnachweis: Der Antrag wird in Echtzeit überprüft und üblicherweise sofort online bereitgestellt. Den Zulassungsbescheid und die vorläufige Zulassungsbescheinigung musst du innerhalb von 30 Minuten herunterladen oder dir per E-Mail zuschicken lassen. Andernfalls ist nach Ablauf dieser Zeit eine sofortige Inbetriebsetzung deines Autos nicht möglich.
6.Dokumente ausdrucken und mitführen: Den vorläufigen Zulassungsnachweis musst du sichtbar am Fahrzeug anbringen und den Zulassungsbescheid während der Fahrt dabei haben. So darfst du zehn Tage lang am Straßenverkehr teilnehmen, bis dir die endgültigen Fahrzeugpapiere, Plaketten und gegebenenfalls neue Kennzeichen postalisch zugeschickt wurden.
Auto ummelden: Gebühren und Kosten
Die Kosten für das Ummelden eines Autos variieren in Deutschland je nach Zulassungsbezirk. Zudem hängt es davon ab, ob du die Umschreibung online oder persönlich vornimmst und ob du ein neues Kennzeichen benötigst.
Hier ist eine Übersicht der üblichen Kosten, mit denen du rechnen solltest:
- Verwaltungsgebühren: Die grundlegenden Gebühren für die Fahrzeugumschreibung liegen in der Regel zwischen 20 und 30 Euro. Es können gegebenenfalls weitere Gebühren erhoben werden, wenn deine Unterlagen nicht vollständig sind. Die genauen Kosten hängen dabei von der Art der fehlenden Dokumente ab.
- Online-Umschreibung: Die Kosten sind beim Auto ummelden online etwas günstiger als bei einer Umschreibung direkt bei der Zulassungsstelle und belaufen sich bundesweit einheitlich auf 9,90 Euro.
- Neues Kennzeichen: Für ein neues Kennzeichen kommen zusätzliche Kosten hinzu. Die Prägung selbst kostet etwa 20 bis 30 Euro. Wenn du ein Wunschkennzeichen möchtest, fallen inklusive einer Vorabreservierung nochmals Gebühren in Höhe von ca. 10 bis 15 Euro an.
Beachte, dass es sich bei den genannten Beträgen um Richtwerte handelt. Es ist daher ratsam, dich vorab auf der offiziellen Website der zuständigen Kfz-Zulassungsstelle über die aktuellen Kosten zu informieren.
Wie lange dauert der Prozess, ein Auto in Deutschland umzumelden?
Die gesamte Dauer ein Auto umzumelden kann unterschiedlich ausfallen. Die größten Einflussfaktoren sind dabei das Zusammentragen der Unterlagen und die Auslastung der Zulassungsstelle. Mit einem vorab vereinbarten Termin oder einer internetbasierten Umschreibung über das Online-Portal ist der gesamte Vorgang meist wesentlich schneller.
Im Normalfall kannst du mit folgendem Zeitaufwand rechnen:
- Unterlagen vorbereiten: Wie schnell diese Vorbereitung erledigt ist, hängt davon ab, wie zügig beide Parteien alle benötigten Unterlagen bereitstellen. Normalerweise sollte dies nicht mehr als 1 bis 2 Tage in Anspruch nehmen.
- Terminvergabe: Die meisten Zulassungsstellen bieten eine Online-Terminvergabe an, wobei die verfügbaren Termine je nach Region stark variieren. Einen freien Termin zu bekommen, kann etwa 1 bis 5 Werktage dauern.
- Bearbeitungszeit der Zulassungsstelle: Sobald du für die Umschreibung an der Reihe bist, dauert die Bearbeitung mit vollständigen Unterlagen durchschnittlich 20 bis 30 Minuten.
- Online-Umschreibung: In den meisten Fällen, wird die Umschreibung innerhalb weniger Minuten genehmigt und du kannst mit dem vorläufigen Zulassungsbescheid sofort fahren. Der Versand der Originale erfolgt nach Eingang des vollständigen Antrags und sollten im Regelfall in 1 bis 3 Werktagen bei dir eintreffen.
- Kennzeichen erstellen: Nach der Bestätigung durch die Zulassungsstelle kannst du die neuen Kennzeichen meist innerhalb von 20 bis 30 Minuten bei der nächstgelegenen Kennzeichenprägestelle prägen lassen. Bei einer Online-Bestellung der Kennzeichen musst du aufgrund der Versandzeit zusätzlich 1 bis 3 Werktage einplanen.
Was passiert, wenn ich ein Auto nicht rechtzeitig ummelde?
Eine rechtzeitige Umschreibung schützt sowohl Käufer als auch Verkäufer vor rechtlichen und finanziellen Risiken. Der Käufer sollte daher unverzüglich nach Abschluss des Kaufvertrags die Umschreibung einleiten, während der Verkäufer sicherstellen sollte, dass die Zulassung durch den neuen Halter tatsächlich erfolgt.
Eine genaue gesetzliche Frist für die Umschreibung gibt es nicht, sie sollte jedoch schnellstmöglich erfolgen. Der Zeitrahmen und die Höhe der Bußgelder liegt dabei im Ermessen der zuständigen Zulassungsstelle. Nach Ablauf eines Monats sind jedoch erste Verwarnungsgelder zwischen 15 und 40 Euro zu erwarten. Bei einer Verzögerung von mehreren Monaten können wesentlich höhere Bußgelder verhängt werden – in manchen Fällen bis zu 200 Euro oder mehr.
Problematisch ist vor allem, dass der frühere Eigentümer so lange offiziell für das Fahrzeug verantwortlich bleibt, bis das Auto umgemeldet ist. Neben Bußgeldern und Steuern können auch Versicherungsansprüche oder Schadensersatzforderungen an den noch registrierten Halter gerichtet werden. Zudem kann das Fahrzeug ohne rechtzeitige Umschreibung als nicht zugelassen gelten, was einen Straftatbestand darstellt und einige rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.
In welchen Fällen muss ich die Zulassungsstelle informieren?
Abgesehen vom Halterwechsel musst du die Zulassungsstelle auch bei jeglichen Änderungen, die das Fahrzeug oder den Halter betreffen, informieren. Dazu gehören beispielsweise Umzug, Verlust von Kennzeichen oder Fahrzeugpapieren sowie technische Änderungen am Fahrzeug.
Im Folgenden sind die häufigsten Fälle aufgeführt, in denen eine Meldung erforderlich ist:
1.Änderung der Meldeadresse oder des Namens: Bei einem Umzug muss die neue Adresse in den Fahrzeugpapieren eingetragen werden. Ändert sich der Name, beispielsweise durch Heirat, muss dieser ebenfalls aktualisiert werden.
2.Verlust, Diebstahl oder Beschädigung von Dokumenten: Wenn eines der Kennzeichen oder eine der Zulassungsbescheinigungen verloren geht, gestohlen wird oder beschädigt wird, muss dies gemeldet und Ersatz beantragt werden.
3.Änderungen am Fahrzeug: Zur Meldepflicht gehören auch grundlegende technische Änderungen am Fahrzeug. Dazu zählen beispielsweise der Austausch des Motors, die Installation von Sonderausstattungen, jegliche Änderungen, die die Umwelt- oder Steuerklasse betreffen, oder auch Umbauten, die die Fahrzeugklasse beeinflussen, wie der Ausbau eines Lkws zu einem Wohnmobil.
4.Stilllegung oder Wiederzulassung eines Fahrzeugs: Wenn du ein Fahrzeug vorübergehend oder dauerhaft außer Betrieb setzen möchtest, musst du dies bei der Zulassungsstelle melden. Gleiches gilt für eine Wiederzulassung nach der Stilllegung.
5.Auslandsexport: Wenn du dein Auto in ein anderes Land exportieren möchtest, musst du es in Deutschland bei der Zulassungsstelle abmelden und im neuen Land neu anmelden.
6.Totalschaden oder Verschrottung: Sollte dein Auto endgültig entsorgt werden müssen, ist dies ebenfalls unverzüglich zu melden. Dafür benötigst du eine Verschrottungsbescheinigung vom Schrotthändler.
Überprüfe die Fahrzeughistorie mit carVertical vor der Umschreibung
Bevor du dem Verkäufer die Hand schüttelst, ist es ratsam, die Fahrzeughistorie auf carVertical zu überprüfen, um zu sehen, wie viele Vorbesitzer das Auto hatte. Ein Auto mit vielen Vorbesitzern könnte versteckte Mängel haben, weshalb es so häufig verkauft wurde.
Nicht jeder Verkäufer ist ehrlich und Gebrauchtwagen haben oft versteckte Mängel durch frühere Schäden. Ein Bericht zur Fahrzeughistorie kann Unstimmigkeiten beim Kilometerstand, frühere Schäden, Diebstahlmeldungen und vieles mehr aufdecken.
Nach dem Kauf eines Autos und der Umschreibung der Eigentümerschaft kann es schwierig sein, einen schlechten Zustand nachzuweisen und dein Geld zurückzubekommen. Rechtliche Streitigkeiten können sich über Monate hinziehen, Stress verursachen und viel Zeit in Anspruch nehmen. Verwende daher immer einen Bericht zur Fahrzeughistorie, um das Risiko eines Fehlkaufs zu verringern, und lass das Fahrzeug in einer autorisierten Werkstatt überprüfen.
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