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Betrugsmaschen beim Autokauf: die häufigsten Tricks und Warnzeichen

Evaldas Zabitis

Evaldas Zabitis

Ob als Käufer oder Verkäufer – Autokauf-Betrugsmaschen treffen beide Seiten, und die Methoden werden laufend raffinierter. Versteckte Schäden, gefälschte Zahlungsbelege, nicht existierende Fahrzeuge: Dieser Artikel zeigt dir, welche Maschen am häufigsten vorkommen, woran du sie erkennst und wie du dich schützt.

Betrüger verschleiern die Wahrheit – der carVertical-Bericht deckt sie auf

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Was ist eine Betrugsmasche beim Autokauf?

Beim Autokauf laufen Betrugsmaschen oft nach einem ähnlichen Muster ab. Falsche Angaben, manipulierte Fahrzeugdaten oder gefälschte Unterlagen sollen dich täuschen und finanziell schädigen. Das passiert besonders häufig beim privaten Gebrauchtwagenkauf über Online-Plattformen.

Oft basieren solche Fälle auf falschen Tatsachen oder sogar auf Anzeigen für Fahrzeuge, die es gar nicht gibt. So werden etwa Unfallschäden verschwiegen, Kilometerstände manipuliert und Fahrzeugpapiere gefälscht. Viele Betrüger berufen sich dabei fälschlicherweise auf den Grundsatz „Gekauft wie gesehen“, um ihre Haftung für die versteckten Mängel zu umgehen.

Andere arbeiten mit Scheckbetrug. Ein vermeintlich gedeckter Scheck wird übergeben und stellt sich später als ungültig heraus. Manchmal wird auch ein angeblich sicherer Zahlungsweg vorgeschlagen, der sich später jedoch als wertlos erweist.

Bekannt ist zudem der sogenannte Speditions-Trick. Der Verkäufer behauptet, das Fahrzeug befinde sich im Ausland und werde nach Zahlung über eine Transportfirma geliefert. Das Auto existiert jedoch nicht oder wird nie verschickt. In anderen Fällen versucht der Verkäufer, an deine persönlichen Daten zu gelangen, oder übergibt das Fahrzeug, bevor das Geld tatsächlich gesichert ist.

Nicht jede Ungereimtheit beim Autokauf ist eine Betrugsmasche. Manches ist schlicht ein Versehen. Wer Informationen verschweigt, Unterlagen manipuliert oder dich zu einer ungesicherten Zahlung drängt, handelt jedenfalls nicht aus Unachtsamkeit. Kennst du die Abläufe, merkst du früher, wann etwas nicht stimmt.

Die häufigsten Betrugsmaschen beim Autokauf

1. Versteckte Mängel

Versteckte Mängel beim Autokauf sind bei Weitem keine Seltenheit und tatsächlich eine der häufigsten Betrugsmaschen auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Das Auto wirkt gepflegt, der Preis erscheint angemessen und die Beschreibung klingt unauffällig. Tatsächlich werden gravierende Schäden verschwiegen oder heruntergespielt.

Typische Beispiele sind:

  • Unfallschäden und schlecht reparierte Karosseriebereiche
  • Hochwasserschäden am Auto
  • Rost an tragenden Teilen oder am Unterboden
  • Ölverluste an Motor oder Getriebe
  • Defekte am Motor oder Automatikgetriebe
  • Fehler in der Elektrik
  • Überhitzungsprobleme

Solche Mängel mindern nicht nur den Wert des Fahrzeugs, sondern bergen auch Risiken. Schwere Unfallschäden können die Struktur des Fahrzeugs beeinträchtigen, weil Stahl und Aluminium nach dem Verformen an Stabilität verlieren. Verbogene Rahmenelemente sollten daher ausgetauscht und nicht einfach gerichtet werden.

Unsachgemäße Reparaturen können die Sicherheit deutlich reduzieren. Neben technischen Mängeln solltest du zur Sicherheit auch immer die Fahrgestellnummer prüfen ob gestohlen, um rechtliche Probleme nach dem Kauf auszuschließen.

So funktioniert die Masche:

Der Zustand des Fahrzeugs wird in der Anzeige besser dargestellt, als er tatsächlich ist. Schäden fehlen in der Beschreibung oder werden nur vage erwähnt, Spuren vor der Besichtigung gezielt kaschiert. Rost wird gespachtelt und überlackiert, der Motorraum gründlich gereinigt. Bei bekannten Temperaturproblemen wird die Probefahrt kurz gehalten, damit der Motor nicht auf Betriebstemperatur kommt.

Ein Lamborghini Huracán wurde als „unfallfrei" angeboten, obwohl ein Bericht zur Fahrzeughistorie frühere Schäden von rund 140.000 Euro auswies.

Ein Fahrzeugbericht zeigte bei diesem Lamborghini geschätzte Unfallschäden von rund 140.000 Euro.

So schützt du dich:

Prüfe das Fahrzeug bei Tageslicht auf Lack, Spaltmaße, Unterboden und tragende Bereiche. Unregelmäßige Spalte oder frische Lackstellen können auf frühere Schäden hinweisen. Fahre das Auto so lange, bis der Motor etwa 90 °C erreicht hat und die Temperatur stabil bleibt.

Wenn du dir nicht sicher bist, nimm eine erfahrene Person mit oder lass das Fahrzeug vor dem Kauf in einer Werkstatt prüfen. Verkäufer wissen, dass technische Details schwer zu bewerten sind – und nutzen genau dieses Informationsgefälle aus, indem sie Mängel bewusst verschweigen.

2. Tachomanipulation

Ein niedriger Kilometerstand signalisiert weniger Verschleiß, geringeren Wartungsbedarf und vermittelt Sicherheit. Er ist einer der zentralen Anhaltspunkte für die Fahrzeugbewertung. Genau deshalb wird er so häufig manipuliert.

In Fahrzeughistorien tauchen immer wieder Autos mit manipuliertem Tacho auf. Auf den ersten Blick wirkt alles plausibel: Das Auto fährt ordentlich, der Innenraum sieht gepflegt aus und der Preis scheint fair. Der tatsächliche Verschleiß bleibt dabei jedoch im Verborgenen.

So funktioniert die Masche:

Digitale Tachos lassen sich mit frei verfügbaren Geräten in wenigen Minuten manipulieren. Nach § 22b StVG ist das eine Straftat – die Strafen für Tachomanipulation können empfindlich ausfallen, der Nachweis gelingt jedoch selten. Komponenten wie Lager, Dichtungen oder der Motor können bereits kurz vor der Verschleißgrenze stehen, ohne dass du es merkst. Bei gefragten Modellen lässt sich mit einem niedrig gedrehten Tacho oft ein spürbarer Aufpreis erzielen.

So schützt du dich:

Prüfe die Fahrzeughistorie. In der Regel werden Laufleistungen bei Hauptuntersuchungen, Werkstattbesuchen und Versicherungsfällen erfasst und lassen sich so gegenprüfen. Auffällige Sprünge oder Lücken sind ein Warnsignal.

Sieh dir zusätzlich den Innenraum an. Ab etwa 50.000 Kilometern zeigen Lenkrad und Schalthebel erste Spuren, ab rund 100.000 Kilometern entstehen oft Falten oder glänzende Stellen an Sitzen und Armlehnen. Um Tachomanipulation zu erkennen, solltest du immer sowohl den dokumentierten Kilometerstand, als auch den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs bewerten.

3. Betrug mit Echtzeitüberweisung: gefälschte Zahlungsbestätigung

Diese Masche richtet sich vor allem gegen Verkäufer. Der Käufer zeigt einen Screenshot oder ein PDF, das eine erfolgreiche Echtzeitüberweisung belegen soll – das Geld sei bereits unterwegs. Unter diesem Druck wird das Fahrzeug übergeben.

So funktioniert die Masche:

Der Beleg sieht überzeugend aus. Betrag, Datum und Empfänger scheinen zu stimmen. Tatsächlich ist das Dokument jedoch gefälscht oder die Transaktion wird kurz nach der Übergabe zurückgezogen. Manche Käufer versuchen, zusätzlichen Druck aufzubauen – angeblich warten andere Interessenten und die Übergabe müsse noch heute stattfinden.

Unter Zeitdruck prüft man seltener nach. Genau darauf setzen die Täter bei dieser Autokauf-Betrugsmasche mit gefälschter Echtzeitüberweisung.

So schützt du dich:

Gib das Fahrzeug erst frei, wenn der Betrag tatsächlich auf deinem Konto eingegangen ist. Ein Screenshot ist kein ausreichender Beweis. Prüfe deshalb den Kontostand direkt in deinem Online-Banking. Ignoriere Zahlungslinks aus Nachrichten und nutze nur Wege, die du selbst über die offizielle Website aufrufst. Wenn eine persönliche Übergabe oder eine nachvollziehbare Zahlungsabwicklung nicht möglich ist, dann brich den Kontakt ab.

4. Das Fahrzeug ist gestohlen

Ein gestohlenes Auto zu kaufen, zählt zu den gravierendsten Risiken beim Gebrauchtwagenkauf. Laut Bundeskriminalamt wurden 2023 in Deutschland fast 16.000 Fahrzeuge entwendet, ein Teil davon taucht später wieder im Handel auf.

Wird ein solches Fahrzeug bei der Zulassung oder bei einer Kontrolle erkannt, beschlagnahmen die Behörden es. Du musst es dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben. In der Praxis bleibt der Käufer oft auf dem Schaden sitzen.

So funktioniert die Masche:

Gestohlene Fahrzeuge werden mit gefälschten oder manipulierten Unterlagen verkauft. Oft wird die Fahrgestellnummer verändert oder mit den Daten eines baugleichen Fahrzeugs versehen, auch FIN-Plaketten und Kennzeichen können ausgetauscht sein.

Manche Autos werden ins Ausland gebracht und später wieder eingeführt, um ihre Spur zu verwischen. Besonders betroffen sind gefragte Modelle wie verbreitete SUVs oder Hybridfahrzeuge, die sich schnell weiterverkaufen lassen.

So schützt du dich:

Sieh dir das Fahrzeug immer persönlich an und prüfe die FIN-Nummer. Überprüfe auch die Identität des Verkäufers und vergleiche sie mit den Fahrzeugdokumenten. Fehlen Originalpapiere oder wirken sie unstimmig, nimm Abstand vom Kauf. Mit einem Bericht zur Fahrzeughistorie kannst du das Fahrzeug zusätzlich auf Diebstahl prüfen.

5. Gefälschte Anzeigen

Ein Foto, eine Beschreibung, ein Preis – und auf den ersten Blick wirkt alles seriös. Gefälschte Anzeigen sind eine der häufigsten Betrugsmaschen beim Autokauf im Internet. Erst beim genaueren Hinsehen fallen die Widersprüche auf.

Typische Warnzeichen sind:

  • ein deutlich zu niedriger Preis
  • eine Beschreibung, die nicht zu den Bildern passt
  • Fotos, die aus anderen Ländern oder Inseraten stammen
  • keine Möglichkeit zur Besichtigung
  • ungewöhnliche oder wechselnde Kontaktdaten

Ziel ist es, dich zu einer schnellen Zahlung zu bewegen.

So funktioniert die Masche:

Der Anbieter erstellt ein Inserat mit kopierten Fotos und setzt den Preis bewusst niedrig an. Er erfindet eine Geschichte, wie eine Auslandsversetzung oder eine private Krise, die erklärt, warum der Verkauf schnell gehen muss.

Ein günstiger Preis und künstlicher Zeitdruck senken die Skepsis. Das Fahrzeug müsse sofort per Anzahlung reserviert werden. Nach dem Geldeingang bricht der Kontakt ab. Das Auto existiert nicht.

So schützt du dich:

Bestehe auf einer Besichtigung vor Ort und überweise kein Geld, bevor du das Fahrzeug persönlich gesehen hast. Prüfe die Fotos per Rückwärtssuche – tauchen dieselben Bilder in anderen Inseraten auf, ist das ein klares Warnsignal. Gerade beim Online-Gebrauchtwagenkauf gilt: Ist ein Angebot ungewöhnlich günstig und kommt mit Zeitdruck, nimm Abstand.

6. Vorkasse ohne Fahrzeug

Beim Autokauf ist diese Betrugsmasche weitverbreitet, da sie sich leicht umsetzen lässt. Das Inserat sieht echt aus, das Fahrzeug existiert vielleicht sogar. Trotzdem läuft es auf dasselbe hinaus: Du sollst zahlen, bevor du das Auto gesehen hast.

So funktioniert die Masche:

Das Fahrzeug wird zu einem günstigen Preis angeboten. Der Verkäufer erzeugt Druck, indem er angibt, er sei im Ausland, verhindert oder es warteten bereits mehrere Interessenten. Um das Auto zu reservieren, sollst du eine Anzahlung, die Transportkosten oder den vollen Kaufpreis vorab überweisen.

Meist werden Zahlungsmittel gefordert, die sich kaum rückgängig machen lassen: Echtzeitüberweisung, Gutscheinkarten oder Kryptowährung. Ist das Geld weg, bricht der Kontakt ab.

So schützt du dich:

Überweise kein Geld, bevor du das Fahrzeug persönlich besichtigt hast. Auch eine kleine Anzahlung kann verloren sein. Verschiebt der Verkäufer ein Treffen immer wieder oder besteht auf Vorkasse, ist es besser, vom Verkauf Abstand zu nehmen.

Welche Betrugsmaschen kann ein Fahrzeugbericht aufdecken?

Du hast ein Fahrzeug gefunden, das auf den ersten Blick passt, aber irgendetwas stimmt nicht. Genau hier hilft ein Bericht zur Fahrzeughistorie: Er zeigt dir Dinge, die bei einer Besichtigung verborgen bleiben, wie frühere Unfälle, auffällige Laufleistungssprünge, mehrere Vorbesitzer in kurzer Zeit oder andere Warnzeichen.

Betrugsmasche

Kann ein Fahrzeugbericht helfen?

Versteckte Mängel (frühere Unfallschäden)

✅ Ja

Tachomanipulation

✅ Ja

Gestohlenes Fahrzeug

✅ Teilweise (je nach verfügbaren Daten)

Gefälschte Anzeigen

❌ Nein

Betrug mit Echtzeitüberweisung

❌ Nein

Vorkasse ohne Fahrzeug

❌ Nein

Bei Zahlungsbetrug oder gefälschten Inseraten kommt ein Fahrzeugbericht an seine Grenzen. Am sichersten kaufst du, wenn du ihn mit persönlicher Besichtigung, Probefahrt und einer gesicherten Zahlungsmethode kombinierst. Der Bericht ist ein Baustein – kein Ersatz für eine sorgfältige Prüfung vor Ort.

Tipps für Käufer: So vermeidest du Betrug

Die meisten Betrugsmaschen sind nicht perfekt. Irgendwo passt etwas nicht zusammen. Kennst du die typischen Warnsignale, erkennst du Risiken häufig früher.

Achte besonders auf folgende Punkte:

  • Das Angebot wirkt zu gut, um wahr zu sein: Ein sehr niedriger Preis, eine Top-Ausstattung und ein angeblich makelloser Zustand – und das alles deutlich unter Marktwert. Ein stark unterdurchschnittlicher Preis hat jedoch meist einen Haken.
  • Der Motorraum ist auffallend sauber: Ein frisch gereinigter Motorraum kann Ölspuren und Undichtigkeiten verdecken. Das ist für sich allein zwar kein Beweis, aber Grund genug, genauer hinzuschauen.
  • Keine professionelle Prüfung erlaubt: Der Verkäufer blockt eine Begutachtung in einer Werkstatt deiner Wahl ab oder weicht aus. Das ist ein klares Warnsignal.
  • Ungewöhnliche Zahlungsmethoden: Es geht nur mit Bargeld, Kryptowährungen oder Gutscheinkarten. Solche Zahlungen lassen sich kaum nachverfolgen und fast nie zurückholen. Wirkt der Anbieter anonym oder sind Bewertungen kaum auffindbar, solltest du besonders vorsichtig sein.
  • Zeitdruck und künstliche Dringlichkeit: „Heute noch“, „jemand anderes wartet schon“, „ich muss gleich weg“. Druck soll dich zu einer schnellen Entscheidung bringen.
  • Kein persönliches Treffen möglich: Der Verkäufer möchte sich nicht vor Ort treffen oder das Auto nicht zeigen. Stattdessen sollst du vorab Geld schicken. Fehlende Kontaktdaten, kein Impressum oder widersprüchliche Angaben zum Anbieter sind zusätzliche Warnzeichen. Dann solltest du abbrechen.

Pro tip

Prüfe vor dem Kauf immer die Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers. Ein kurzer Blick auf Bewertungen, Impressum und vollständige Kontaktdaten kann das Risiko deutlich senken.

Beim Online-Gebrauchtwagenkauf kommen weitere Risiken hinzu. Gefälschte Inserate und nachgebaute Händlerwebseiten sehen auf den ersten Blick professionell aus. Besteht der Verkäufer darauf, dass eine Besichtigung nicht möglich ist, nimm Abstand – auch wenn du das Fahrzeug ohnehin persönlich abholen wolltest. Die Möglichkeit zur Besichtigung muss immer bestehen.

Unseriöse Autohändler erkennst du an einer Liste konkreter Merkmale: fehlende Gewerbeanmeldung, keine nachprüfbare Adresse, Druck beim Vertragsabschluss.

Generell lässt sich ein Kauf in drei Schritten absichern:

  • Schritt 1: Prüfe Preis, Inserat und Verkäufer kritisch. Vergleiche ähnliche Angebote und achte auf Abweichungen.
  • Schritt 2: Besichtige das Fahrzeug bei Tageslicht und bestehe auf einer ausführlichen Probefahrt sowie einer unabhängigen Prüfung.
  • Schritt 3: Kontrolliere Fahrzeugpapiere, Identität des Verkäufers und Zahlungsweg sorgfältig.

Ein Fahrzeugbericht kann ebenfalls helfen. Mit einem carVertical-Rabattcode lassen sich die Kosten reduzieren.

carVertical sammelt Daten aus verschiedenen Quellen, darunter Behörden, Versicherungen, Werkstätten, Leasinggesellschaften und internationale Datenbanken, und macht damit Auffälligkeiten wie Schäden, Laufleistungsabweichungen und Importhistorien sichtbar.

Für die Besichtigung selbst empfehlen wir unsere kostenlose Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf als PDF. Sie hilft dir, vor Ort nichts Wichtiges zu übersehen.

Gebrauchtwagenkauf-Checkliste (PDF)

Lade die druckfertige Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf herunter

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Auch Verkäufer werden betrogen

Du verkaufst dein Auto privat und freust dich über einen Interessenten. Aber nicht jeder meldet sich mit ehrlichen Absichten. Es gibt auch einige Betrugsmaschen beim Autoverkauf, die sich gezielt gegen Verkäufer richten:

  • Gefälschte Zahlungsbelege: Der Käufer zeigt eine Überweisungsbestätigung auf dem Smartphone – das Geld sei bereits unterwegs. Der Beleg ist gefälscht oder die Transaktion wird später storniert. Übergib das Fahrzeug erst, wenn der Betrag tatsächlich auf deinem Konto eingegangen ist.
  • Abholung durch Dritte: Statt des Käufers erscheint eine unbekannte Person mit Vollmacht und Ausweiskopie. Die Dokumente können gefälscht sein. Bestehe auf einem persönlichen Treffen mit dem Käufer selbst.
  • Schadensersatzforderungen vor Ort: Ein Interessent entdeckt angebliche Mängel bei der Besichtigung und fordert Entschädigung für Anreise oder Zeitaufwand. Das ist ein Einschüchterungsversuch. Geh darauf nicht ein.
  • Identitätsdiebstahl: Betrüger verlangen Kopien von Fahrzeugpapieren oder Ausweis unter dem Vorwand ernsthafter Kaufabsicht. Gib Dokumente nur weiter, wenn die Zahlung gesichert ist.

Was die Gewährleistung beim privaten Autoverkauf umfasst und welche Pflichten du als Verkäufer hast, solltest du kennen, bevor du dein Auto inserierst.

Neue Betrugsmaschen beim privaten Autokauf

  • Gefälschte Echtzeit-Überweisungsbestätigungen: Verkäufer zeigen dir auf dem Smartphone eine angeblich erfolgreiche Sofortüberweisung. Das Geld sei demnach bereits überwiesen oder in Bearbeitung. Tatsächlich ist der Beleg gefälscht oder die Zahlung wird später storniert.
    Tipp: Übergib erst nach bestätigtem Zahlungseingang – nicht auf Basis von Screenshots.
  • KI-gestützte Identitätsfälschung: Mit gefälschten Ausweiskopien, manipulierten Videoanrufen oder täuschend echten Sprachnachrichten wird Vertrauen geschaffen. So wirkt der Verkäufer seriös, obwohl Identität und Fahrzeugdaten nicht zusammenpassen.
    Tipp: Prüfe den Ausweis sowie die Fahrzeugpapiere im Original und gleiche alle Angaben sorgfältig ab.
  • Phishing über Verkaufsplattformen: Du erhältst Nachrichten, die scheinbar von einer bekannten Auto-Plattform stammen. Ein Link darin führt zu einer nachgebauten Login-Seite. Nach der Anmeldung greifen die Täter auf dein Konto zu.
    Tipp: Rufe Plattformen immer direkt im Browser auf und gib deine Zugangsdaten niemals über zugesandte Links ein.
  • Keyless-Diebstahl bei Besichtigung oder Probefahrt: Bei Fahrzeugen mit Keyless-System werden die Funksignale abgefangen oder verstärkt. So kann das Auto kurz nach der Besichtigung verschwinden.
    Tipp: Bewahre Schlüssel und Ersatzschlüssel sicher auf und begleite jede Probefahrt persönlich.

Diese neuen Betrugsmaschen beim privaten Autokauf wirken technisch und professionell. Und genau das macht sie so gefährlich. Oft fallen Warnzeichen erst auf, wenn es zu spät ist.

Was tun, wenn du Opfer einer Betrugsmasche beim Autokauf geworden bist

Du merkst, dass etwas nicht stimmt – das Fahrzeug existiert nicht, die Zahlung ist weg, der Kontakt abgebrochen. Reagiere sofort.

Gehe dabei Schritt für Schritt vor:

  • Bank kontaktieren: Informiere deine Bank umgehend, wenn du Geld überwiesen hast. Unter Umständen lässt sich die Zahlung noch stoppen oder zumindest nachverfolgen.
  • Anzeige erstatten: Wende dich an die Polizei und erstatte Strafanzeige. Auch wenn die Erfolgschancen unklar sind, wirst du die Anzeige oft für weitere Schritte benötigen.
  • Beweise sichern: Speichere Inserate, Nachrichten, Zahlungsbelege, Screenshots sowie Kontaktdaten. Halte Abläufe und Zeitpunkte schriftlich fest. Je genauer deine Dokumentation ist, desto besser.
  • Plattform informieren: Melde verdächtige Profile oder gefälschte Anzeigen dem jeweiligen Portal. So können andere Nutzer geschützt werden.
  • Versicherung einbeziehen: Wurde das Fahrzeug beschlagnahmt oder als gestohlen gemeldet, informiere deine Versicherung und kläre das weitere Vorgehen.
  • Rechtsberatung prüfen: Bei hohen Summen kann eine anwaltliche Beratung sinnvoll sein, um bestehende Ansprüche zu klären.

Auch wenn die Situation belastend ist, bleib ruhig, handle zügig und dokumentiere alles.

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Häufig gestellte Fragen

Evaldas Zabitis

Artikel von

Evaldas Zabitis

Evaldas ist Kfz-Experte und Autor bei carVertical und beschäftigt sich vor allem mit technischen Themen rund ums Auto. Dank seines Studiums der Kraftfahrzeugelektronik und seiner über zehnjährigen Erfahrung im Autohandel und als Autor im Automobilbereich hilft Evaldas den Lesern, die Fahrzeuggeschichte, Inspektionen, Wartung und häufige Risiken beim Gebrauchwagenkauf besser zu verstehen.

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