03.09.2026
Auto aus Italien kaufen und in Deutschland zulassen: Das musst du wissen

Ein Auto aus Italien zu kaufen, klingt für viele verlockend. Günstigere Preise, eine größere Modellauswahl oder einfach ein Fahrzeug, das man vor Ort gesehen hat und in das man sich sofort verliebt hat. Gründe gibt es viele.
Grundsätzlich ist das möglich. Beide Länder sind EU-Mitglieder, was den Prozess gegenüber einem Import aus Drittstaaten deutlich vereinfacht. Ohne Aufwand geht es trotzdem nicht. Neben dem Kaufpreis kommen zusätzliche Kosten auf dich zu und einige bürokratische Schritte lassen sich nicht umgehen.
Dieser Artikel zeigt dir, worauf du bei einem Gebrauchtwagenkauf aus Italien achten solltest, welche Dokumente du brauchst, welche Kosten anfallen und wie die Zulassung in Deutschland abläuft.
Du willst ein Auto aus Italien kaufen?
Prüfe vor dem Kauf die Fahrzeughistorie auf gemeldete Schäden, Kilometerstand und andere Warnzeichen.
Kann man ein Auto in Italien kaufen und in Deutschland zulassen?
Ja, grundsätzlich kannst du in Italien ein Auto kaufen und es anschließend in Deutschland zulassen. Da beide Länder zur Europäischen Union gehören, entfallen Zollschranken bei regulär in der EU befindlichen Fahrzeugen und der Import ist weniger aufwendig als bei einem Kauf außerhalb der EU.
Ohne Aufwand geht es trotzdem nicht. Du brauchst bestimmte Dokumente vom Verkäufer, solltest einige Fristen kennen und musst mit Kosten rechnen, die über den Kaufpreis hinausgehen. Wie das genau abläuft, wenn du ein Auto im Ausland kaufst und in Deutschland anmeldest, hängt unter anderem davon ab, ob das Fahrzeug steuerlich als Neu- oder Gebrauchtfahrzeug gilt. Dazu später mehr.
Auto aus Italien importieren: So gehst du vor
Acht Schritte, ein Auto aus Italien. Wenn du den Ablauf kennst, erlebst du weniger Überraschungen und hast ein realistischeres Bild davon, was der Kauf am Ende kostet.
1.Passendes Fahrzeug finden: Du suchst auf italienischen Fahrzeugbörsen oder bei Händlern nach einem geeigneten Auto.
2.Verkäufer, Fahrzeug und Historie prüfen: Bevor du unterschreibst oder zahlst, prüfst du, ob Verkäufer und Fahrzeug vertrauenswürdig sind – inklusive der Fahrzeughistorie.
3.Dokumente prüfen: Du stellst sicher, dass alle notwendigen Unterlagen vorhanden und vollständig sind.
4.Kauf und Zahlung: Kaufvertrag aufsetzen, Bedingungen klären, Zahlung sicher abwickeln.
5.Abmeldung und Exportformalitäten in Italien: Das Fahrzeug muss in Italien ordnungsgemäß abgemeldet werden – ein Schritt, den viele unterschätzen.
6.Fahrzeug nach Deutschland überführen: Du bringst das Auto auf dem Landweg nach Deutschland, entweder selbst oder per Spedition.
7.Versicherung und Hauptuntersuchung: Vor der Zulassung brauchst du eine deutsche Kfz‑Versicherung. Je nach Fahrzeug kann auch eine Hauptuntersuchung fällig werden.
8.Zulassung in Deutschland: Du meldest das Fahrzeug bei der zuständigen Zulassungsstelle an.
Gut vorbereitet ist der Prozess machbar. Die einzelnen Schritte werden weiter unten erklärt.
Wo du Gebrauchtwagen in Italien findest
Die Suche nach Gebrauchtwagen in Italien läuft heute fast ausschließlich online. Die großen Fahrzeugbörsen listen Angebote von Privatpersonen und gewerblichen Händlern, oft auf derselben Plattform. Daneben gibt es klassische Autohäuser vor Ort.
Drei der bekanntesten Plattformen:
Plattform | Beschreibung |
AutoScout24.it | Große internationale Plattform, auch in Italien weit verbreitet – Händler und Private |
Subito.it | Italienisches Kleinanzeigenportal mit breitem Fahrzeugangebot, überwiegend Privat |
Automobile.it | Italienische Fahrzeugbörse mit Fokus auf gewerbliche Anbieter |
Ob du ein Auto in Italien beim Händler oder privat kaufst, macht einen Unterschied – und das nicht nur beim Preis. Händler bieten einen strukturierteren Kaufprozess, klarere Unterlagen und gesetzliche Gewährleistungsrechte. Die Preise sind dafür meist höher.
Bei Privatverkäufern gibt es oft mehr Verhandlungsspielraum und günstigere Preise. Die Verantwortung, Verkäufer, Fahrzeug und Dokumente zu prüfen, liegt dabei weitgehend bei dir. Rechte bei späteren Problemen sind beim Privatkauf oft schwerer durchzusetzen und können vertraglich eingeschränkt sein.
Das solltest du vor dem Kauf prüfen
Im Inland lässt sich ein Problem notfalls noch ansprechen, nachverhandeln oder rückgängig machen. Beim Gebrauchtwagenkauf aus dem Ausland ist das deutlich schwieriger, denn zu diesem Zeitpunkt ist das Auto oft bereits überführt, versichert und angemeldet.
Prüfe, bevor du kaufst. Und zwar auf mehreren Ebenen: Verkäufer, Fahrzeughistorie und Zustand vor Ort.
Prüfe den Verkäufer und das Fahrzeug sorgfältig
Beim Händler lässt sich die Seriosität über Handelsregistereintrag, Bewertungen und erreichbare Kontaktdaten einschätzen. Bewertungen sind ein erster Anhaltspunkt – kein Beweis dafür, dass eine konkrete Transaktion sicher ist.
Bei Privatverkäufern sollte die Identität des Verkäufers mit den Fahrzeugpapieren übereinstimmen. Wer das Auto verkauft, sollte auch derjenige sein, auf den es zugelassen ist, oder seine Verkaufsberechtigung eindeutig nachweisen können. Keine vollständigen Unterlagen oder eine Beschreibung, die vom Fahrzeug abweicht, sind Warnsignale.
Beim Fahrzeug prüfst du, ob die Fahrgestellnummer (FIN) am Fahrzeug und in den Papieren übereinstimmt, ob die Zulassungsdokumente vollständig sind und ob Zustand und Beschreibung zusammenpassen. Frische Überlackierungen oder Diskrepanzen zwischen Papieren und Realität solltest du ernst nehmen.
Prüfe die Fahrzeughistorie
Was du bei der Besichtigung siehst, ist der aktuelle Zustand. Was vorher passiert ist, siehst du nicht – und genau das kann beim Kauf aus dem Ausland zum Problem werden.
Mit der Fahrgestellnummer kannst du über carVertical die aufgezeichnete Historie abrufen. Der Musterbericht zeigt, welche Informationen darin enthalten sein können: auffällige Kilometerstandsverläufe, frühere Unfallschäden sowie Angaben zu Halterhistorie und Fahrzeugnutzung – je nach verfügbarer Datenlage. Bei Zustandshistorie sind häufig betroffene Bereiche, geschätzte Reparaturkosten oder Fotos hinterlegt.
Was viele nicht bedenken: Ein in Italien angebotener Gebrauchtwagen muss nicht sein ganzes Leben dort verbracht haben. Es kann zuvor in einem anderen Land zugelassen oder genutzt worden sein. Der Bericht kann je nach verfügbarer Datenlage zeigen, wo das Fahrzeug registriert war, und dabei helfen, Unfallschäden vor dem Kauf zu erkennen.
Eine Überprüfung der Fahrzeughistorie ersetzt weder die Inspektion vor Ort noch die Prüfung der Dokumente – sie ergänzt beide. Den Bericht rufst du am einfachsten über das Banner unten ab.
Ist das Auto aus Italien wirklich so gut, wie es aussieht?
Prüfe die Angaben des Verkäufers und ob die Fahrzeughistorie zu dem passt, was dir gesagt wurde. Gib unten die FIN ein.
Besichtige das Auto vor Ort und fahre es Probe
Fotos reichen nicht. Schau dir die Karosserie genau an: Spaltmaße, Lackoberfläche, Scheiben, Lichter und Reifen. Ungleichmäßige Spaltmaße oder Farbunterschiede im Lack können auf frühere Reparaturen hinweisen. Im Innenraum prüfst du, ob der Verschleiß an Sitzen, Lenkrad und Pedalen zum angegebenen Kilometerstand passt.
Während der Probefahrt achtest du auf Lenkung, Bremsen, Schaltverhalten, Motorlauf, Warnleuchten und ungewöhnliche Geräusche. Was genau du dabei prüfen solltest, zeigt unsere ausführliche Probefahrt-Checkliste.
Wenn du dir beim technischen Zustand unsicher bist, nimm jemanden mit, der sich mit Autos auskennt. Noch besser ist eine professionelle Ankaufsprüfung durch einen unabhängigen Sachverständigen. Das kostet zwar etwas, kann dich aber vor einem deutlich teureren Fehler schützen.
Diese Dokumente brauchst du beim Autokauf in Italien
Italiens Fahrzeugunterlagen unterscheiden sich deutlich von deutschen Papieren. Das wird spätestens bei der Zulassung deutlich, wenn etwas fehlt. Fehlende oder unvollständige Dokumente können die Zulassung verzögern oder zusätzliche Kosten verursachen.
Wo Originale erforderlich sind, reichen weder Fotos noch Scans. Bestehe beim Kauf darauf, die Originaldokumente bei der Fahrzeugübergabe zu erhalten.
Dokument | Deutsche Bedeutung | Wofür benötigt |
Carta di Circolazione | Fahrzeugschein / Zulassungsdokument | Übergabe + Zulassung DE |
Documento Unico (DU) | Kombiniertes Zulassungs- und Eigentumsdokument | Übergabe + Zulassung DE – ersetzt ältere Einzeldokumente |
Certificato di Proprietà | Eigentumsnachweis | Zulassung DE – falls separat vorhanden |
COC / Certificato di Conformità | EG-Übereinstimmungsbescheinigung | Zulassung DE – sehr wichtig |
Revisione | Ital. Hauptuntersuchung | Übergabe – kann als Nachweis relevant sein, ersetzt eine deutsche HU aber nicht in jedem Fall |
Radiazione per esportazione | Exportabmeldung beim PRA/ACI | Pflicht vor der Ausfuhr |
Targa provvisoria | Provisorisches Kennzeichen | Überführung |
Foglio di via | Überführungsgenehmigung | Überführung |
Kaufvertrag (im Original) | – | Übergabe + Zulassung DE |
💡Wichtig
Das Fahrzeug muss vor der Ausfuhr beim italienischen PRA (Pubblico Registro Automobilistico) abgemeldet werden. Dieses Verfahren heißt Radiazione per esportazione und muss beantragt werden, bevor das Auto Italien verlässt. Ohne diese Abmeldung können später Steuerforderungen aus Italien entstehen.
Was ist das CoC-Papier und warum ist es wichtig?
Das CoC-Papier (Certificate of Conformity) ist die EG-Übereinstimmungsbescheinigung eines Fahrzeugs. Es bestätigt, dass das Auto den technischen Anforderungen der EU entspricht, und liefert wichtige technische Daten für die Zulassung in Deutschland.
Deutsche Zulassungsstellen verlangen dieses Dokument in der Regel. Fehlt es, kann es gegen eine Gebühr beim Hersteller nachbeantragt werden. Im schlechtesten Fall ist eine vollständige Einzelabnahme nach § 21 StVZO erforderlich, was deutlich teurer und zeitaufwendiger ist. Das CoC sollte daher bereits vor dem Kauf vorhanden sein.
Kaufvertrag und Zahlung: Was du beachten solltest
Unterschreibe nichts und überweise nichts, bevor du den Verkäufer, das Fahrzeug und die Dokumente geprüft hast. Das klingt selbstverständlich, gerät aber schnell in den Hintergrund, wenn der Preis stimmt.
Ein schriftlicher Kaufvertrag ist Pflicht. Er sollte mindestens enthalten: Käufer- und Verkäuferdaten, Fahrzeugdaten inklusive FIN (Fahrzeug-Identifikationsnummer), Kilometerstand, Kaufpreis, Zahlungsart, Datum und bekannte Mängel. Klar geregelt sein sollte auch, welche Dokumente bei Übergabe mitgegeben werden: Fahrzeugpapiere, Schlüssel, Serviceheft und CoC-Papier, wo vorhanden. Was nicht im Vertrag steht, lässt sich später kaum nachfordern.
Der Vertrag muss den tatsächlich vereinbarten Preis und Zustand widerspiegeln. Ein bewusst niedrig angesetzter Kaufpreis klingt nach einem guten Deal – kann aber bei der Zulassung oder im Schadensfall zum Problem werden.
Zur Zahlung: In Italien sind Barzahlungen ab 5.000 Euro gesetzlich verboten. Ab diesem Betrag greift das Geldwäschegesetz, und du musst ein nachvollziehbares unbares Zahlungsmittel nutzen. Eine SEPA-Überweisung oder Echtzeitüberweisung kann je nach Bank infrage kommen – kläre die Details vorab mit deiner Bank.
Zahle erst, nachdem du das Fahrzeug besichtigt und geprüft hast. Weder eine hohe Anzahlung noch der volle Betrag sollten vorab überwiesen werden, solange Verkäufer und Fahrzeug nicht geprüft sind. Den Zahlungsnachweis unbedingt aufbewahren.
Mit welchen Importkosten musst du rechnen?
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Was danach noch kommt, ändert die Kalkulation oft erheblich. Die Kosten lassen sich grob in zwei Kategorien aufteilen: Importkosten, die vor oder während der Überführung anfallen, und Zulassungskosten, die erst in Deutschland entstehen.
Kostenpunkt | Einschätzung |
Reise nach Italien | Flug, Bahn oder Auto + ggf. Übernachtung |
Fahrzeugprüfung vor Ort | Sachverständiger, falls beauftragt |
Exportabmeldung (PRA/ACI) | Behördengebühren + ggf. Agentur |
Überführung / Transport | Je nach Variante ca. 200–1.000 EUR |
HU/AU in Deutschland | Ca. 80–150 EUR |
COC-Ersatz oder Datenblatt | Falls fehlend: 50–200 EUR |
Vollabnahme (§ 21 StVZO) | Nur bei fehlender EU-Typgenehmigung |
Zulassungsgebühren + Kennzeichen | Ca. 50–100 EUR |
Kfz-Steuer und Versicherung | Laufende Kosten |
Eventuelle Reparaturen | Immer realistisch einplanen |
Die Nebenkosten relativieren einen günstigen Kaufpreis schnell.
Fällt beim Autokauf aus Italien Zoll an?
Nein. Da sowohl Italien als auch Deutschland EU-Mitglieder sind, fällt beim Kauf und der Überführung kein Zoll an. Eine Anmeldung beim Zollamt ist nicht erforderlich.
Anders sieht es bei Fahrzeugen aus, die außerhalb der EU gekauft werden. Dort gelten andere Regeln und zusätzliche Abgaben. Beim Kauf aus Italien ist das nicht der Fall.
Musst du Mehrwertsteuer zahlen?
Das hängt davon ab, ob das Fahrzeug steuerlich als Neu- oder Gebrauchtfahrzeug gilt und wo du es kaufst.
Nach EU-Steuerrecht gilt ein Fahrzeug als neu, wenn es höchstens 6 Monate seit der Erstzulassung in Betrieb ist oder höchstens 6.000 km auf dem Tacho hat. Trifft eines dieser Kriterien zu, muss die Mehrwertsteuer in Deutschland abgeführt werden. Du hast dann in der Regel zehn Tage nach dem Erwerb Zeit, die Umsatzsteuererklärung zur Fahrzeugeinzelbesteuerung beim Finanzamt abzugeben und die Steuer zu entrichten.
Kaufst du einen solchen Wagen bei einem italienischen Händler, solltest du auf den Nettopreis bestehen, da du sonst die Umsatzsteuer doppelt zahlst. Bei echten Gebrauchtwagen gilt das nicht. Kaufst du von einem Privaten, fällt in der Regel keine Umsatzsteuer an. Kaufst du von einem Händler, ist die Umsatzsteuer entweder im Preis enthalten oder der Verkauf wird differenzbesteuert behandelt.
📎 Beispiel
Du kaufst einen drei Jahre alten Fiat mit 45.000 km von einem Privatmann in Mailand. Da es sich um ein Gebrauchtfahrzeug handelt, zahlst du den vereinbarten Kaufpreis und keine zusätzliche Mehrwertsteuer in Deutschland.
Auto aus Italien nach Deutschland überführen
Das Auto ist gekauft, die Dokumente sind beisammen. Jetzt muss es nach Deutschland. Drei Möglichkeiten stehen zur Wahl, jede mit anderen Anforderungen und Kosten.
- Transport per Spedition oder Autotransporter: Du beauftragst einen Fahrzeugtransporteur, der das Auto direkt liefert. Du musst nicht selbst nach Italien reisen, und das Fahrzeug braucht keine eigene Straßenzulassung für den Transport. Der Nachteil: es ist die teuerste Option.
- Transport auf eigenem Anhänger: Günstiger, aber mit mehr Eigenaufwand. Du fährst nach Italien, lädst das Auto auf einen Anhänger und bringst es selbst nach Deutschland. Prüfe vorab, ob dein Führerschein für den entsprechenden Anhänger gilt, und achte auf die Ladungssicherung.
- Selbstständige Ausfuhr mit Kennzeichen: Die aufwendigste Option. Deutsche Kurzzeitkennzeichen sind in Italien rechtlich heikel; sie dort an einem gekauften Fahrzeug anzubringen und damit nach Deutschland zu fahren, ist problematisch. Prüfe die Zulässigkeit vorab genau. Rechtlich sauberer ist meist die italienische Targa provvisoria mit passender Versicherung.
Egal welche Option du wählst: Das Fahrzeug muss für die Fahrt auf öffentlichen Straßen zugelassen und versichert sein. Versicherungsschutz und Zulassung müssen vor Antritt der Reise geklärt sein.
Auto aus Italien in Deutschland zulassen
Das Auto aus Italien ist gekauft und in Deutschland, jetzt fehlt noch die Zulassung. Der Prozess läuft über die Kfz-Zulassungsstelle an deinem Wohnort. Im Gegensatz zum normalen Ablauf brauchst du hier zusätzlich die italienischen Originaldokumente.
Da einzelne Zulassungsstellen unterschiedliche Anforderungen haben können, lohnt es sich, vorher kurz anzurufen.
Welche Unterlagen brauchst du für die Zulassung?
Neben den üblichen Unterlagen zum Auto anmelden kommen beim Import aus Italien einige Dokumente hinzu.
Dokument | Hinweis |
Personalausweis oder Reisepass | – |
Kaufvertrag oder Händlerrechnung (Original) | – |
Italienische Fahrzeugpapiere (Carta di Circolazione oder Documento Unico) | Original erforderlich |
COC-Papier | Falls fehlend: Datenblatt oder Vollabnahme |
Nachweis der Exportabmeldung (Radiazione) | Pflicht |
HU/AU-Nachweis | deutscher HU/AU-Bericht oder gültiger ausländischer Prüfbericht nach EU-Vorgaben |
eVB-Nummer der deutschen Kfz-Versicherung | Vorab bei Versicherung anfragen |
SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer | – |
Umsatzsteuernachweise | Nur bei steuerlich neuen Fahrzeugen |
Was kostet es, ein Auto aus Italien in Deutschland anzumelden?
Einen pauschalen Betrag gibt es nicht. Die Kosten setzen sich aus mehreren Positionen zusammen.
Die Gebühren der Zulassungsstelle liegen je nach Behörde typischerweise zwischen 25 und 60 Euro. Kennzeichen kosten je nach Wunschkennzeichen und Anbieter zwischen 15 und 30 Euro. Falls eine Hauptuntersuchung erforderlich ist, kommen ca. 80 bis 150 Euro dazu.
Fehlt das CoC-Papier, kann ein Ersatzdatenblatt beim Hersteller 50 bis 200 Euro kosten. Liegt keine EU-Typgenehmigung vor, ist eine Vollabnahme nach § 21 StVZO erforderlich. Das ist die teuerste und aufwendigste Variante.
Auto aus Italien kaufen: 9 Tipps für einen sicheren Kauf
1.Gesamtkosten realistisch kalkulieren: Reise, Fahrzeugprüfung, Exportabmeldung, Überführung und Zulassung kommen zum Kaufpreis hinzu. Rechne diese Posten durch, bevor du ein Angebot als günstig einschätzt.
2.Verkäufer vor dem Kauf prüfen: Beim Händler: Handelsregistereintrag und Kontaktdaten verifizieren. Beim Privatverkäufer: Identität mit den Fahrzeugpapieren abgleichen. Das Auto sollte auf denjenigen zugelassen sein, der es verkauft.
3.Fahrzeughistorie abrufen: Ein in Italien angebotenes Auto kann zuvor in anderen Ländern zugelassen gewesen sein. Eine Prüfung über die Fahrgestellnummer zeigt frühere Unfallschäden, Kilometerstandsverläufe und Länderwechsel.
4.CoC-Papier vor dem Kauf klären: Ohne CoC wird die Zulassung in Deutschland teuer oder schwierig. Prüfe deshalb vor dem Kauf, ob das Dokument vorhanden ist.
5.Fahrzeug persönlich besichtigen und Probe fahren: Fotos ersetzen die Besichtigung vor Ort nicht. Schau dir Karosserie, Innenraum und Technik an. Bei Unsicherheit: Sachverständigen mitbringen oder eine Ankaufsprüfung beauftragen.
6.FIN am Fahrzeug und in den Papieren abgleichen: Die Fahrgestellnummer muss an allen Stellen übereinstimmen. Abweichungen sind ein klares Warnsignal.
7.Vollständigen Kaufvertrag aufsetzen: Der Vertrag muss Fahrzeugdaten, Kaufpreis, Kilometerstand, bekannte Mängel und die bei Übergabe mitgegebenen Dokumente enthalten. Was nicht drinsteht, lässt sich später kaum durchsetzen.
8.Nicht vorab zahlen: Überweise weder Anzahlung noch den vollen Betrag, bevor Fahrzeug, Verkäufer und Dokumente geprüft sind. In Italien sind Barzahlungen über 5.000 Euro gesetzlich verboten. Plane daher die Zahlung per Überweisung ein.
9.Exportabmeldung vor der Abfahrt sicherstellen: Die Radiazione per esportazione muss erledigt sein, bevor das Fahrzeug Italien verlässt. Ohne diese Abmeldung können später Steuerforderungen aus Italien entstehen.
Ein niedriger Kaufpreis bedeutet nicht automatisch ein gutes Geschäft. Am Ende zählen Zustand, Dokumente, Fahrzeughistorie und Gesamtkosten.
Du kennst den Ablauf. Jetzt prüfe die Fahrzeughistorie.
Finde heraus, was mit dem Auto passiert ist, bevor du nach Italien fährst und es nach Deutschland holst.
