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Auto ohne TÜV verkaufen: Regeln, Möglichkeiten und Tipps

Renata Liubertaitė

Renata Liubertaitė

Du möchtest dein Auto verkaufen, aber der TÜV ist bereits abgelaufen. Die nächste Hauptuntersuchung steht an, mögliche Reparaturen könnten teuer werden und du fragst dich, ob du das Fahrzeug überhaupt so anbieten darfst. Drohen rechtliche Probleme oder sogar Bußgelder? Und findet sich überhaupt jemand, der ein Auto ohne gültige Plakette kaufen will?

Mit diesen Fragen bist du nicht allein. Der TÜV gilt in Deutschland als wichtiges Qualitätssiegel, weshalb ein fehlender Prüfstempel schnell für Unsicherheit sorgt. Genau deshalb gibt es rund um den Verkauf eines Autos ohne TÜV viele Missverständnisse. Dabei ist die rechtliche Lage weniger kompliziert, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Gebrauchtwagen ohne gültigen TÜV verkaufen kannst – worauf du dabei achten solltest, wie du trotz abgelaufener Plakette transparent bleibst und das Vertrauen potenzieller Käufer stärkst.

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Ist es möglich, ein Auto ohne TÜV zu verkaufen?

Ja, in Deutschland ist es gesetzlich erlaubt, ein Auto ohne TÜV zu verkaufen.

Viele Autobesitzer sind überrascht, wenn sie erfahren, dass ein Auto-Verkauf auch ohne TÜV möglich ist. Tatsächlich ist der TÜV aber nur dann vorgeschrieben, wenn ein Fahrzeug aktiv im Straßenverkehr genutzt werden soll – nicht, wenn es einfach nur den Besitzer wechselt.

Ein Kaufvertrag kann unabhängig vom Zustand oder dem TÜV-Status wirksam abgeschlossen werden und bleibt auch dann weiterhin rechtskräftig, wenn das Fahrzeug keine gültige Plakette mehr hat. Wichtig ist nur, dass der Vertrag und die Eigentumsübertragung korrekt abgeschlossen werden. Ob das Auto zum Zeitpunkt des Verkaufs fahrtüchtig ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle – solange keine falschen Versprechen gemacht werden.

Ein fehlender TÜV wird erst dann relevant, wenn das Fahrzeug bewegt werden soll, zum Beispiel bei einer Probefahrt, einer Überführung oder wenn es noch zugelassen ist und jemand damit fährt. In solchen Fällen gelten klare Regeln. Wer sie ignoriert, riskiert Bußgelder und Ärger mit der Versicherung.

Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, wann ein fehlender TÜV rechtlich relevant ist und wann nicht:

Verkaufen vs. Fahren ohne TÜV – unterschiedliche rechtliche Regeln.

Wann der Verkauf eines Autos ohne TÜV rechtlich problematisch werden kann

Rein rechtlich ist der Verkauf eines Autos ohne TÜV uneingeschränkt zulässig. Eine abgelaufene Plakette ist also grundsätzlich kein Problem, wohl aber mangelnde Transparenz oder falsche Angaben zum Fahrzeugzustand. Werden bekannte Mängel verheimlicht, Unfälle verschwiegen oder der Zustand des Fahrzeugs beschönigt, kann das schnell rechtliche Folgen haben.

Auch schwammige Formulierungen wie „fahrbereit” oder „TÜV sollte kein Problem sein” können zu Missverständnissen führen und als irreführend gewertet werden – vor allem, wenn sich später herausstellt, dass doch gravierende Mängel vorlagen. Gerichte schauen im Streitfall genau hin. War der Käufer ausreichend informiert? Wurden bekannte Schäden korrekt benannt? Wurden Erwartungen geweckt, die das Fahrzeug nicht erfüllt?

Wer ein Auto ohne TÜV privat verkaufen will, muss ehrlich und transparent kommunizieren. Die Faustregel ist also relativ einfach: Je genauer und ehrlicher du den Zustand beschreibst, desto sicherer bist du unterwegs.

Welche Hürden gibt es beim Verkauf eines Autos ohne TÜV?

Zwar ist der Verkauf eines Autos ohne TÜV grundsätzlich erlaubt, in der Praxis gibt es jedoch ein paar Faktoren, die den Verkauf schwieriger gestalten können. Eine fehlende Plakette ist für viele Interessenten zunächst einmal ein Unsicherheitsfaktor.

Ohne gültige Hauptuntersuchung ist es für Außenstehende schwer einzuschätzen, in welchem Zustand sich das Fahrzeug tatsächlich befindet. Gibt es versteckte Mängel? Kommt es überhaupt noch durch die nächste Prüfung? Für viele Käufer bedeutet das vor allem Unsicherheit – und die wirkt sich oft negativ auf das Interesse und den Preis aus.

Typische Herausforderungen beim Verkauf eines Fahrzeugs ohne gültige Hauptuntersuchung.

Als Verkäufer solltest du daher mit einigen typischen Reaktionen rechnen:

  • Es gibt weniger Kaufinteresse, weil vielen der Aufwand oder das Risiko zu groß erscheint.
  • Der umsetzbare Verkaufspreis liegt oft unter dem Marktwert, da mögliche Reparaturkosten mit einkalkuliert werden.
  • Probefahrten sind schwer oder gar nicht möglich, weil Autos ohne TÜV nicht einfach auf öffentlichen Straßen bewegt werden dürfen.
  • Fragen zu Mängeln und zum Zustand nehmen deutlich zu, besonders wenn kein aktuellre Werkstattbericht vorliegt.

Diese Reaktionen sind nachvollziehbar. Sie zeigen, wie Käufer Risiken abwägen und worauf sie beim Kauf achten. Immerhin übernimmt der neue Eigentümer ein Risiko, das normalerweise durch eine bestandene Hauptuntersuchung etwas abgefedert wird.

Diese Einflussfaktoren machen einen Verkauf aber keineswegs unmöglich – sie erfordern lediglich etwas mehr Geduld, Transparenz und die richtigen Informationen.

Wer kauft ein Auto ohne TÜV?

Auch wenn der Verkauf erstmal schwieriger erscheint, gibt es durchaus Käufer, die sogar gezielt nach Fahrzeugen ohne TÜV suchen. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich, je nachdem, wer das Auto kaufen möchte.

  • Privatpersonen: Viele Handwerker und Hobbyschrauber suchen gezielt nach Fahrzeugen ohne Plakette. Wer selbst schrauben kann oder Kontakte zur Werkstatt hat, für den sind Autos ohne TÜV oft ein gutes Schnäppchen – vor allem, wenn der Preis stimmt und der Zustand nachvollziehbar ist.
  • Händler und Aufbereiter: Autohändler nehmen regelmäßig Fahrzeuge ohne TÜV in Zahlung oder kaufen gezielt an, um sie aufzubereiten und mit neuer Hauptuntersuchung weiterzuverkaufen. Sie kalkulieren allerdings beim Ankauf von Autos ohne TÜV stets ein gewisses Risiko mit ein – und das wirkt sich natürlich auch auf den Preis aus.
  • Exporteure: Auf dem internationalen Markt ist der Ankauf von Autos ohne TÜV durchaus gefragt. In vielen Ländern gelten andere Prüfstandards als in Deutschland oder die Fahrzeuge werden ohnehin neu zugelassen. Wichtig zu beachten ist: Auch beim Export gilt die Pflicht zur wahrheitsgemäßen Beschreibung. Der Verkauf ins Ausland entbindet dich nicht von deiner Verantwortung.
  • Schrott- und Recyclingbetriebe: Wenn eine Reparatur des Autos nicht mehr wirtschaftlich ist, bleibt manchmal nur die Verwertung. In diesem Fall ist der fehlende TÜV zweitrangig, denn hier zählt der Restwert.

Wo kann man ein Auto ohne TÜV verkaufen?

Ein altes Auto verkaufen ohne TÜV? Das ist oft einfacher als gedacht – und es gibt mehr Möglichkeiten, als viele annehmen. Hier kommt es letztlich auf deine Prioritäten und den Zustand des Fahrzeugs an.

Hier ein Überblick über die gängigsten Verkaufswege.

Privatverkauf

Wenn du Zeit mitbringst und dich selbst um Anzeigen, Besichtigungen und Verhandlungen kümmerst, kannst du beim Verkauf an eine Privatperson den höchsten Preis erzielen.

Vor allem auf Online-Plattformen wie mobile.de oder eBay Kleinanzeigen findest du viele Interessenten. Wenn das Fahrzeug keinen TÜV hat, musst du allerdings mit mehr Rückfragen und Preisverhandlungen rechnen

Vorteile: Höherer Preis möglich

Nachteile: Mehr Aufwand, längerer Verkaufsprozess

Autohändler

Dieser Weg ist bequem und schnell. Viele Autohändler nehmen gezielt Fahrzeuge ohne TÜV in Zahlung oder kaufen sie direkt an. Der Preis liegt dabei üblicherweise unter dem, was du bei einem privaten Verkauf erzielen könntest, dafür sparst du jedoch deutlich Zeit und Aufwand.

Händler kalkulieren Reparaturen und den Weiterverkauf professionell ein und machen oft ein faires, marktübliches Angebot.

Vorteile: Schneller Verkauf, wenig Aufwand

Nachteile: Geringerer Erlös

Export-Plattformen

Im Ausland gelten oft andere Prüfregeln, weshalb viele Autos ohne TÜV dort noch gefragt sind.

Export-Plattformen verbinden Verkäufer mit internationalen Käufern und sind in der Regel recht unkompliziert. Der organisatorische Aufwand ist überschaubar, dafür läuft der Verkauf meist zügig und reibungslos.

Vorteile: Schnelligkeit, akzeptabler Preis

Nachteile: Mittlerer Aufwand, Sprachbarrieren möglich

Spezialisierte Käufer

Es gibt Käufer, die sich auf Autos ohne TÜV spezialisiert haben. Dazu zählen beispielsweise Werkstätten, Teilehändler oder Verwerter. Für sie zählen in erster Linie der Wert der Einzelteile oder das Potenzial für Reparaturprojekte. Der Verkauf ist oft schnell erledigt, allerdings ist der Preis entsprechend niedriger.

Vorteile: Unkomplizierter und schneller Verkauf

Nachteile: Geringes Preisniveau

Verkaufskanal

Dauer

Preispotenzial

Aufwand

Typischer Käufer

Privatverkauf

Mittel

Höher

Hoch

Privatperson

Händler

Schnell

Niedrig

Gering

Gewerblicher Käufer

Export-Plattform

Schnell

Mittel

Mittel

Ausländischer Käufer

Spezialisierte Käufer

Schnell

Niedrig

Gering

Werkstatt oder Verwerter

Preisvorstellungen: Wie viel ist ein Auto ohne TÜV noch wert?

Dass ein Auto ohne TÜV meist einen geringeren Preis erzielt, ist vielen Verkäufern klar – wie groß die Preisdifferenz ausfällt, dagegen nicht. Konkrete Zahlen lassen sich zwar nicht pauschal nennen, aber eines ist sicher: Fehlt der TÜV, sinkt der Verkaufswert deutlich, da potenzielle Käufer nicht wissen, was auf sie zukommt.

Ohne gültige Hauptuntersuchung ist schließlich ungewiss, ob nur Kleinigkeiten zu erledigen sind oder ob teure Reparaturen anstehen. Dementsprechend berücksichtigen Käufer von Anfang an einen Risikozuschlag. Häufig liegt der Preis dann deutlich unter dem von vergleichbaren Fahrzeugen mit gültigem TÜV – selbst wenn das Auto gut in Schuss ist.

Wie viel du am Ende noch verlangen kannst, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Alter und Laufleistung: Je älter das Fahrzeug ist, desto höher ist der Wertverlust.
  • Marke und Modell: Bekannte, zuverlässige Fahrzeuge schneiden oft besser ab.
  • Zustand und Mängel: Sichtbare Schäden oder bekannte Defekte wirken sich direkt aus.
  • Nachfrage: Manche Modelle sind auch ohne TÜV noch gefragt, andere sind eher schwer vermittelbar.

Ein Kleinwagen mit leichten Mängeln lässt sich natürlich leichter verkaufen als ein älteres Fahrzeug mit Rostproblemen oder technischen Defekten.

Lohnt sich eine Reparatur vor dem Verkauf?

Das kommt auf das jeweilige Fahrzeug an. Wenn der Wagen nur kleine Mängel hat, die sich relativ günstig beheben lassen, kann sich eine Reparatur durchaus lohnen. Ein neuer TÜV ist ein gutes Verkaufsargument und kann den Preis deutlich erhöhen.

Sind jedoch die Werkstattkosten sehr hoch oder sind sicherheitsrelevante Teile betroffen, ist eine Reparatur meist nicht sinnvoll. In solchen Fällen ist es oftmals besser, das Fahrzeug mit abgelaufener Prüfplakette offen und mit realistischen Erwartungen anzubieten.

So lässt sich ohne falsche Hoffnungen zu wecken dein Auto verkaufen – selbst ohne TÜV.

Risiken und Pflichten beim Verkauf eines Autos ohne TÜV

Auch wenn der Verkauf eines Autos ohne TÜV grundsätzlich erlaubt ist, bedeutet das nicht, dass du als Verkäufer keine Verantwortung trägst. Es gibt rechtliche Fallstricke und Verantwortlichkeiten, über die du Bescheid wissen solltest – insbesondere, wenn es um Probefahrten, die Formulierung des Inserats oder spätere Missverständnisse geht.

Typische Risiken für Verkäufer

  • Rechtliche Streitigkeiten: Wurden Mängel nicht deutlich genug kommuniziert oder der Zustand des Fahrzeugs wurde anders beschrieben als erwartet, kann das schnell vor Gericht landen. Insbesondere bei Fahrzeugen ohne TÜV sind Käufer häufig besonders sensibel und klagen, wenn sie sich getäuscht fühlen.
  • Missverständnisse nach dem Verkauf: Formulierungen wie „Es müssen nur Kleinigkeiten gemacht werden“ oder „TÜV ist kein Problem“ können schnell falsche Erwartungen wecken . Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass größere Reparaturen nötig sind, fühlen sich Käufer betrogen – selbst wenn das nie deine Absicht war.
  • Haftung bei Probefahrten: Ohne TÜV ist eine Fahrt im öffentlichen Straßenverkehr nicht erlaubt und kann im Schadensfall sehr heikel werden. Denn als Halter haftest du unter Umständen mit, selbst wenn du gar nicht selbst gefahren bist.
  • Unklare Aussagen im Inserat oder Vertrag: Vermeide schwammige Formulierungen wie „laut Vorbesitzer in gutem Zustand“ oder „Bastlerfahrzeug“ ohne nähere Erklärung. Je ungenauer die Beschreibung, desto größer das Risiko, dass Käufer Ansprüche geltend machen – oft mit Erfolg. Besser ist eine sachliche, nachvollziehbare Beschreibung ohne Interpretationsspielraum.

Welche Angaben Verkäufer zwingend machen müssen

Wer ein Auto verkauft, ist dazu verpflichtet, alle Mängel anzugeben. Dazu zählen neben technischen Defekten und Schäden an sicherheitsrelevanten Teilen auch Ölverlust, fehlerhafte Elektronik oder frühere Unfälle.

Rechtlich gesehen musst du alles offenlegen, was dir bekannt ist, und zwar so, dass es für den Käufer nachvollziehbar ist.

Selbst wenn ein Schaden längst repariert wurde, solltest du ihn erwähnen. Denn Käufer haben ein Recht auf diese Information. Ehrliche und sachliche Angaben schaffen nicht nur Vertrauen, sondern schützen dich auch vor späterem Ärger.

Kein TÜV: Wann tatsächlich Bußgelder drohen

Viele glauben fälschlicherweise, dass der Auto-Verkauf ohne TÜV eine Strafe nach sich ziehen kann. Relevant ist jedoch nicht der Verkauf, sondern die Nutzung des Fahrzeugs auf öffentlichen Straßen.

Wer ohne gültige HU im Straßenverkehr unterwegs ist, muss mit einem Verwarnungsgeld zwischen 15 und 60 Euro rechnen – je nach Dauer des abgelaufenen Zeitraums und den Umständen. Auch Punkte in Flensburg sind möglich, wenn das Fahrzeug als verkehrsunsicher gilt.

Als Verkäufer solltest du besonders aufmerksam sein, wenn das Fahrzeug noch angemeldet ist. Wird es vor der Abmeldung auf öffentlichen Straßen bewegt, kann dir unter Umständen eine Mitschuld zugesprochen werden – etwa bei Unfällen oder Kontrollen.

Deshalb empfiehlt es sich, Probefahrten nur mit Kurzzeitkennzeichen zu ermöglichen und den Besitz möglichst klar zu übergeben. Übergib das Auto nur mit einem klar geregelten Besitzübergang und sichere dich am besten auch mit einer schriftlichen Bestätigung ab.

Welche Unterlagen benötigt man, um ein Auto ohne TÜV zu verkaufen?

Auch ohne TÜV brauchst du bestimmte Unterlagen, um dein Auto zu verkaufen. Je besser du vorbereitet bist, desto mehr Vertrauen schaffst du bei potenziellen Käufern und desto reibungsloser verläuft der Verkauf.

Nachfolgend eine Übersicht welche Papiere beim Autoverkauf benötigt werden:

  • Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): Belegt, dass du aktuell der Halter des Fahrzeugs bist.
  • Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II): Beweist das Eigentum und ist für die Ummeldung zwingend erforderlich.
  • Kaufvertrag: Am besten in doppelter Ausführung mit genauen Angaben zu Mängeln, Fahrzeugzustand und fehlendem TÜV. So schützt du dich rechtlich.
  • Letzter TÜV-Bericht (falls vorhanden): Auch wenn der TÜV abgelaufen ist, kann ein alter Prüfbericht für den Käufer interessant sein, um sich ein Bild vom Zustand des Fahrzeugs zu machen.
  • Serviceheft / Reparaturrechnungen (optional, aber hilfreich): Nachweise zu Wartungen, Reparaturen oder Ölwechseln schaffen Vertrauen und stärken deine Position bei der Preisverhandlung.
  • Personalausweis oder Reisepass: Wird bei der Vertragsunterzeichnung oft von beiden Seiten verlangt, um die Daten korrekt zu erfassen.

Tipp

Falls das Auto inzwischen abgemeldet ist, kannst du dem Käufer zusätzlich die Stilllegungsbescheinigung aushändigen. Sie ist für viele Käufer hilfreich, vor allem für solche, die das Auto exportieren möchten.

Versicherung und Zulassung: Wer ist wann verantwortlich?

Solange das Fahrzeug auf deinen Namen zugelassen ist, haftest du, auch wenn du es bereits verkauft hast. Kommt es nach der Übergabe zu einem Unfall – etwa auf dem Heimweg des Käufers –, kann deine Versicherung trotzdem haften müssen.

Der TÜV-Status spielt hierbei keine direkte Rolle. Ein Auto ohne gültige Hauptuntersuchung ist zwar versichert und zugelassen, aber nur theoretisch fahrbereit. Sobald es im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird, kann der fehlende TÜV zum Problem werden, etwa bei Unfällen oder Polizeikontrollen. Wird das Auto als verkehrsunsicher eingestuft, kann die Versicherung Leistungen kürzen oder sogar Regress fordern.

Wann haftet der Käufer?

Der Käufer trägt erst dann die volle Verantwortung, wenn das Auto entweder umgemeldet oder bereits abgemeldet übergeben wurde. Auch beim Transport (z. B. mit Anhänger oder Kurzzeitkennzeichen) sollte klar geregelt sein, wer wann die Verantwortung trägt. Mündliche Absprachen reichen hier oft nicht aus.

Die beste Vorgehensweise für Verkäufer:

  • Das Auto vor dem Verkauf abmelden, sofern keine unmittelbare Ummeldung erfolgt.
  • Bei einem angemeldeten Fahrzeug die Übergabe mit einer schriftlichen Besitzübernahme dokumentieren.
  • Probefahrten nur mit gültigem Kurzzeitkennzeichen oder rotem Händlerkennzeichen erlauben.
  • Niemals zulassen, dass ein abgemeldetes oder nicht verkehrssicheres Fahrzeug auf eigener Achse bewegt wird.

So bist du rechtlich auf der sicheren Seite und vermeidest Missverständnisse oder unnötigen Stress nach dem Verkauf.

Auto ohne TÜV verkaufen? Sorge mit einem carVertical-Bericht für volle Transparenz!

Ein carVertical-Bericht zur Fahrzeughistorie ersetzt zwar keine technische Prüfung, sorgt aber für mehr Klarheit und stärkt das Vertrauen potenzieller Käufer. Der Bericht liefert detaillierte Informationen zur Vergangenheit des Fahrzeugs, beispielsweise zu früheren Schäden, der Laufleistungsentwicklung, der Anzahl der Vorbesitzer oder der registrierten Nutzung als Mietwagen oder Taxi.

Diese Hintergrundinformationen machen den Fahrzeugzustand greifbarer und transparenter, was besonders dann wichtig ist, wenn ein technischer Prüfbericht fehlt.

Natürlich hat auch ein TÜV-Bericht seine Grenzen. Er bescheinigt lediglich, dass das Auto am Tag der Prüfung die Mindestanforderungen für den Straßenverkehr erfüllt hat, nicht jedoch, dass es dauerhaft mängelfrei ist.

Wie trügerisch ein scheinbar sauberer TÜV-Zettel sein kann, zeigt ein Video unseres Partners Die Autogesellschaft Dresden. Darin wird ein Fahrzeug mit gültiger HU verkauft, bei dem später massive Mängel entdeckt werden:

Das verdeutlicht, dass der TÜV nur den aktuellen Zustand erfasst, während die Fahrzeughistorie das große Ganze abbildet.

Gerade wenn der TÜV fehlt, ist es umso wichtiger, dass die Vergangenheit klar, ehrlich und belegbar präsentiert wird. Ein carVertical-Bericht kann Käuferfragen frühzeitig beantworten, Vertrauen schaffen, Verhandlungen entspannen und so dabei helfen, auch einen Gebrauchtwagen ohne TÜV erfolgreich zu verkaufen.

Wie ein Bericht zur Fahrzeughistorie den Verkauf konkret erleichtert

Ohne TÜV ist Vertrauen besonders wichtig – und genau hier hilft dir ein carVertical-Bericht weiter. Zwar ersetzt er keine technische Prüfung, signalisiert dem Käufer aber, dass du offen und transparent mit der Fahrzeughistorie umgehst. Das kann den entscheidenden Unterschied machen.

Idealerweise gibst du den Bericht schon zu Beginn des Gesprächs weiter, also aktiv und nicht erst auf Nachfrage. Das wirkt professionell und ehrlich und hilft dir, typische Probleme im Verkaufsprozess von Anfang an zu vermeiden. Du profitierst von:

  • Käufer sind weniger misstrauisch
  • Verhandlungen laufen schneller
  • Der Verkaufsprozess wird kürzer
  • Deine Angaben wirken glaubwürdiger
Schadensaufzeichnungen dargestellt im carVertical-Bericht.

Natürlich kann weder ein TÜV noch ein carVertical-Bericht garantieren, dass ein Auto komplett frei von Mängeln ist. Aber besonders, wenn kein TÜV-Bericht vorliegt, brauchst du eine andere Form der Vertrauensbasis. Und das funktioniert am besten mit einem ehrlichen Gesamtpaket aus klaren Angaben, realistischen Erwartungen und nachvollziehbaren Dokumenten.

Du willst ein Auto ohne TÜV verkaufen?

Ein carVertical-Bericht kann Käufern Sicherheit geben – und dir helfen, einfacher und transparenter zu verkaufen.

Auto ohne TÜV sicher verkaufen – Schritt für Schritt

Du möchtest dein Auto verkaufen, aber ohne TÜV? Kein Problem! Solange du strukturiert und ehrlich vorgehst. Mit diesen Schritten verkaufst du dein Auto auch ohne gültige Plakette erfolgreich und stressfrei: Wichtig ist, dass du strukturiert und ehrlich vorgehst.

Mit diesen Schritten klappt der Verkauf eines Autos auch ohne TÜV-Plakette reibungslos:

  1. 1.Kläre den Fahrzeugstatus: Mach dir selbst ein genaues Bild. Gibt es bekannte Mängel? Wurde der TÜV nur vergessen oder bewusst nicht gemacht? Je besser du deinen Wagen einschätzen kannst, desto überzeugender trittst du auf.

  2. 2.Wähle den passenden Verkaufsweg: Privatverkauf, Verkauf an einen Händler, Export oder Verkauf an einen spezialisierten Aufkäufer? Überlege, was dir wichtiger ist: Zeit zu sparen oder einen besseren Preis zu erzielen. Nicht jeder Kanal passt zu jedem Auto.

  3. 3.Bereite alle Unterlagen vor: Sorge dafür, dass Zulassungsbescheinigungen, Kaufvertrag, Wartungsnachweise und (falls vorhanden) der letzte TÜV-Bericht griffbereit sind. Je vollständiger die Dokumente sind, desto seriöser wirkst du auf Interessenten.

  4. 4.Formuliere die Verkaufsanzeige ehrlich: Vermeide schwammige Aussagen. Gib offen an, dass kein TÜV vorhanden ist, und nenne bekannte Mängel. Damit schützt du dich rechtlich und schaffst Vertrauen.

  5. 5.Regle Transport und Übergabe sicher: Ist das Auto noch angemeldet? Wird es bewegt? Wer haftet bei der Probefahrt? Kläre diese Fragen im Voraus und halte Besitzübergabe, Kennzeichenstatus und Übergabezeitpunkt schriftlich fest.

  6. 6.Schließe den Verkauf sauber ab: Sorge für einen rechtssicheren Kaufvertrag, dokumentiere die Übergabe und melde das Fahrzeug gegebenenfalls ab. So bist du auf der sicheren Seite – auch im Nachhinein.

Mit etwas Vorbereitung, klaren Angaben und der richtigen Verkaufsstrategie kannst du ganz unkompliziert dein Auto verkaufen – auch ohne TÜV.

Neue gesetzliche Regelungen und kommende Änderungen, die Verkäufer kennen sollten

Derzeit darfst du dein Auto ohne TÜV noch legal verkaufen aber das könnte sich in bald ändern. Die EU plant eine neue Regelung für den Gebrauchtwagenhandel, die ab 2026 gelten soll. Ziel ist es, die Umweltstandards zu stärken und den Export alter Fahrzeuge besser zu kontrollieren.

Was bedeutet das konkret für dich als Verkäufer?

Technischer Nachweis soll Pflicht werden

Bei jedem Fahrzeugverkauf soll künftig nachgewiesen werden, dass es sich nicht um ein Altfahrzeug handelt, also um kein Auto mit erheblichen Mängeln oder irreparablen Schäden. Laut Entwurf stehen für diesen Nachweis zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • eine gültige Hauptuntersuchung (TÜV-Bericht).
  • oder ein Gutachten eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen.

Liegt keiner dieser Nachweise vor, darf das Fahrzeug nicht umgemeldet oder exportiert werden – auch nicht, wenn sich beide Parteien einig sind. Diese Verordnung gilt für alle Verkäufe, unabhängig davon, ob sie innerhalb Deutschlands oder ins Ausland erfolgen.

Was bedeutet das für Privatverkäufer?

Nach aktuellem Stand sind rein private Verkäufe, die nicht über Online-Plattformen abgewickelt werden, von der Nachweispflicht ausgenommen.Privatpersonen, die ihr Auto ohne gewerbliche Absicht und ohne digitale Verkaufsportale direkt an eine andere Privatperson verkaufen, müssen keinen Nachweis vorlegen.

Werden jedoch Plattformen wie mobile.de, eBay Kleinanzeigen oder Autoscout24 genutzt, gilt diese Ausnahme nicht. In diesem Fall müssen möglicherweise auch private Anbieter einen TÜV-Bericht oder ein Gutachten beilegen, um eine Anzeige schalten zu dürfen.

Wie genau die Prüfpflicht für Plattformen aussehen wird, ist noch offen – das Gesetz ist noch nicht final beschlossen.

Noch nicht beschlossen – aber gut, vorbereitet zu sein

Die neuen Regeln stehen kurz vor der Verabschiedung, sind aber noch nicht endgültig beschlossen. Bis zur endgültigen Entscheidung kann sich noch etwas ändern, beispielsweise bei Fristen, Details oder Ausnahmen.

Fest steht aber schon jetzt: Die Vorgaben für den technischen Zustand von Fahrzeugen werden strenger.

Wenn du also planst, einen Gebrauchtwagen ohne TÜV zu verkaufen, behalte die Entwicklungen im Blick und kümmere dich im Zweifel frühzeitig um ein Gutachten oder eine gültige Prüfung.

Häufig gestellte Fragen

Renata Liubertaitė

Artikel von

Renata Liubertaitė

Renata ist Autorin mit mehr als 8 Jahren Erfahrung in den Bereichen Verlagswesen, Marketing und SaaS-Unternehmen. Das Schreiben über hochtechnische Themen hat sie in verschiedenen Bereichen gelernt. Sie schafft es komplexe Dinge in verständliche Worte zu fassen. Wenn sie nicht gerade für carVertical schreibt, liebt sie Heimwerkerprojekte und spontane Fahrradtouren.