17.09.2026
Auto ohne TÜV verkaufen: Regeln, Möglichkeiten und Tipps

Ich sag es direkt, weil ich das fast täglich sehe: Ein Auto zu verkaufen ist in Deutschland auch ohne TÜV vollkommen legal. Kein Bußgeld, kein rechtliches Problem. Zumindest nicht wegen der fehlenden Plakette. Trotzdem kommen regelmäßig Leute zu uns, die monatelang gewartet haben, weil sie dachten, sie müssen erst zur Hauptuntersuchung. Müssen sie nicht.
Der Denkfehler ist immer derselbe. TÜV-Pflicht beim Fahren und beim Verkaufen werden in einen Topf geworfen, dabei sind das zwei völlig verschiedene Dinge. Für den Verkauf selbst spielt der TÜV-Status keine Rolle. Der Kaufvertrag ist trotzdem gültig. Das echte Risiko liegt woanders. Verschwiegene Mängel, schwammige Formulierungen und eine Probefahrt ohne Kurzzeitkennzeichen können schnell heikel werden.
In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Gebrauchtwagen ohne gültigen TÜV verkaufen kannst, worauf du dabei achten solltest und wie du das Vertrauen potenzieller Käufer stärkst. Außerdem schauen wir uns an, was sich 2026 durch eine neue EU-Regelung ändern könnte und was das konkret für dich bedeutet.
Du willst dein Auto ohne TÜV verkaufen?
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Ist es möglich, ein Auto ohne TÜV zu verkaufen?
In Deutschland ist es gesetzlich erlaubt, ein Auto ohne TÜV zu verkaufen, und trotzdem ist das für viele Autobesitzer eine echte Neuigkeit. Wenn das Fahrzeug einfach nur den Besitzer wechselt, ist es schlicht egal, ob es mit oder ohne TÜV übertragen wird.
Ein Kaufvertrag ist unabhängig vom TÜV-Status gültig, auch wenn keine Plakette mehr drauf ist. Worauf es ankommt: der Vertrag muss sauber aufgesetzt sein und die Eigentumsübertragung korrekt laufen. Ob das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Verkaufs fahrbereit ist oder nicht, spielt keine Rolle – solange keine falschen Versprechen gemacht werden.
Ein Problem wird der fehlende TÜV erst, wenn das Fahrzeug bewegt werden soll. Bei einer Probefahrt, einer Überführung oder wenn es noch zugelassen ist und jemand damit fährt. Da gelten klare Regeln, und wer sie ignoriert, riskiert Bußgelder und Ärger mit der Versicherung.
Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, wann ein fehlender TÜV eine Rolle spielt und wann nicht:
Wann der Verkauf eines Autos ohne TÜV rechtlich problematisch werden kann
Der Verkauf eines Autos ohne TÜV selbst ist nie das eigentliche Problem. Eine abgelaufene Plakette ist kein Vergehen. Was vor Gericht landet, sind verschwiegene Mängel, beschönigte Zustände und falsche Angaben zum Fahrzeug.
Ich sehe das immer wieder. Verkäufer schreiben „fahrbereit" ins Inserat, obwohl sie genau wissen, dass da noch einiges im Argen liegt. Oder sie tippen „TÜV sollte kein Problem sein“ und hoffen, dass der Käufer das nicht zu ernst nimmt. Wenn sich hinterher herausstellt, dass gravierende Mängel vorlagen, wird es teuer. Gerichte schauen da genau hin, ob der Käufer ausreichend informiert war, Schäden korrekt benannt wurden und keine falschen Erwartungen geweckt wurden.
Die Faustregel, um ein Auto auch ohne TÜV privat zu verkaufen, ist einfach. Je genauer du den Zustand beschreibst, desto sicherer bist du. Kein Roman, keine Ausreden – schreib einfach klar und deutlich, was du weißt. Das schützt dich, und es schafft Vertrauen bei seriösen Käufern.
Welche Hürden gibt es beim Verkauf eines Autos ohne TÜV?
Dass der Verkauf von Autos ohne TÜV erlaubt ist, haben wir bereits geklärt. Allerdings erlebe ich das sehr oft: Viele Privatverkäufer sind schlicht nicht bereit, noch Geld in ein Auto zu investieren, das sie ohnehin verkaufen wollen. In der Praxis kann der fehlende TÜV den Verkauf trotzdem erschweren.
Das Problem aus Käufersicht ist simpel. Ohne gültige Hauptuntersuchung weiß niemand von außen, in welchem Zustand das Fahrzeug wirklich ist. Gibt es versteckte Mängel? Kommt es überhaupt noch durch die nächste Prüfung? Diese Unsicherheit drückt auf das Interesse – und fast immer auch auf den Preis.
Als Verkäufer solltest du mit diesen Reaktionen rechnen:
- Weniger Kaufinteresse: Vielen erscheint der Aufwand oder das Risiko schlicht zu groß.
- Niedrigerer Verkaufspreis: Käufer kalkulieren mögliche Reparaturkosten von Anfang an mit ein.
- Probefahrten kaum möglich: Autos ohne TÜV dürfen nicht einfach auf öffentlichen Straßen bewegt werden.
- Mehr Fragen zum Zustand: Besonders wenn kein aktueller Werkstattbericht vorliegt, steigt der Erklärungsbedarf.
Das ist nachvollziehbar. Der neue Eigentümer übernimmt ein Risiko, das eine bestandene Hauptuntersuchung normalerweise zumindest teilweise abfedert. Unmöglich macht das den Verkauf aber nicht – es braucht einfach etwas mehr Vorbereitung und klare Kommunikation.
Wer kauft ein Auto ohne TÜV?
Es gibt sie, und sie sind gar nicht so schwer zu finden. Käufer, die sogar gezielt nach alten Autos ohne TÜV suchen. Aus meiner Erfahrung sind es vor allem vier Gruppen:
- Privatpersonen: Handwerker und Hobbyschrauber kennen das Spiel. Wer selbst schrauben kann oder gute Kontakte zur Werkstatt hat, sieht ein Auto ohne TÜV oft als Schnäppchen – vorausgesetzt, der Preis stimmt und der Zustand ist nachvollziehbar.
- Händler und Aufbereiter: Wir nehmen regelmäßig Fahrzeuge ohne TÜV in Zahlung oder kaufen gezielt an, bereiten sie auf und verkaufen sie mit frischer Hauptuntersuchung weiter. Ein gewisses Risiko kalkulieren wir beim Ankauf von Autos ohne TÜV immer mit ein – und das schlägt sich im Preis nieder. Wir haben allerdings auch schon Fahrzeuge abgelehnt, bei denen eine reguläre Zulassung auf legalem Weg aussichtslos erschien.
- Exporteure: Auf dem internationalen Markt sind Autos ohne TÜV durchaus gefragt. In vielen Ländern gelten andere Prüfstandards, oder die Fahrzeuge werden ohnehin neu zugelassen. Wichtig dabei: Auch beim Export bist du zur wahrheitsgemäßen Beschreibung verpflichtet. Der Verkauf ins Ausland entbindet dich nicht von deiner Verantwortung.
- Schrott- und Recyclingbetriebe: Wenn eine Reparatur wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht, bleibt manchmal nur die Verwertung. Der fehlende TÜV spielt dann keine Rolle. Hier zählt der Restwert.
Wo kann man ein Auto ohne TÜV verkaufen?
Ein altes Auto ohne TÜV zu verkaufen ist oft einfacher als gedacht. Die Frage ist weniger ob, sondern wie. Was ist dir wichtiger, ein möglichst guter Preis oder ein schneller Abschluss? Das bestimmt den richtigen Weg.
Hier ein Überblick über die gängigsten Optionen.
Privatverkauf
Wenn du Zeit mitbringst und dich selbst um Anzeigen, Besichtigungen und Verhandlungen kümmerst, kannst du beim Verkauf an eine Privatperson den höchsten Preis rausholen.
Plattformen wie mobile.de oder eBay Kleinanzeigen haben genug Reichweite, auch um Gebrauchtwagen ohne TÜV zu verkaufen. Du musst nur damit rechnen, dass die Rückfragen zunehmen und Interessenten stärker auf den Preis drücken als bei einem Auto mit frischer Plakette.
- Vorteile: Höherer Preis möglich
- Nachteile: Mehr Aufwand, längerer Verkaufsprozess
Autohändler
Das ist der bequemste Weg. Viele Händler nehmen Autos ohne TÜV gezielt in Zahlung oder kaufen sie direkt an. Der Preis liegt unter dem, was du privat erzielen könntest, aber du sparst dir den ganzen Aufwand. Wir kalkulieren Reparaturen und Weiterverkauf professionell durch und machen in der Regel ein marktübliches Angebot.
- Vorteile: Schneller Verkauf, wenig Aufwand
- Nachteile: Geringerer Erlös
Export-Plattformen
Im Ausland gelten oft andere Prüfregeln, weshalb Gebrauchtwagen ohne TÜV dort noch gefragt sind. Export-Plattformen verbinden dich mit internationalen Käufern, der Ablauf ist überschaubar und geht meist zügig. Sprachbarrieren können vorkommen, sind aber selten ein echtes Hindernis.
- Vorteile: Schnelligkeit, akzeptabler Preis
- Nachteile: Mittlerer Aufwand, Sprachbarrieren möglich
Spezialisierte Käufer
Werkstätten, Teilehändler und Verwerter schauen sich das Fahrzeug nüchtern an und entscheiden nach Restwert oder Reparaturpotenzial. Der Verkauf ist unkompliziert und schnell, der Preis dafür niedrig.
- Vorteile: Unkomplizierter und schneller Verkauf
- Nachteile: Geringes Preisniveau
Verkaufskanal | Dauer | Preispotenzial | Aufwand | Typischer Käufer |
Privatverkauf | Mittel | Höher | Hoch | Privatperson |
Händler | Schnell | Niedrig | Gering | Gewerblicher Käufer |
Export-Plattform | Schnell | Mittel | Mittel | Ausländischer Käufer |
Spezialisierte Käufer | Schnell | Niedrig | Gering | Werkstatt oder Verwerter |
Preisvorstellungen: Wie viel ist ein Auto ohne TÜV noch wert?
Dass Autos ohne TÜV weniger einbringen, wissen die meisten. Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, unterschätzen viele. Je nach Fahrzeugkategorie liegt der Preisunterschied zwischen zwei vergleichbaren Autos mit und ohne frischen TÜV zwischen 250 und 2.500 Euro.
Ohne gültige Hauptuntersuchung weiß niemand, ob nur Kleinigkeiten anstehen oder ob teure Reparaturen auf den Käufer warten. Diesen Unsicherheitspuffer lassen sich Käufer in Form eines niedrigeren Kaufpreises bezahlen.
Wie viel du am Ende noch verlangen kannst, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Alter und Laufleistung: Je älter das Fahrzeug ist, desto höher ist der Wertverlust.
- Marke und Modell: Bekannte, zuverlässige Fahrzeuge schneiden oft besser ab.
- Zustand und Mängel: Sichtbare Schäden oder bekannte Defekte wirken sich direkt aus.
- Nachfrage: Manche Modelle sind auch ohne TÜV noch gefragt, andere sind eher schwer vermittelbar.
Ein Kleinwagen mit leichten Mängeln lässt sich deutlich einfacher verkaufen als ein älteres Fahrzeug mit Rostproblemen oder technischen Defekten.
Lohnt sich eine Reparatur vor dem Verkauf?
Das kommt auf das jeweilige Fahrzeug an. Wenn der Wagen nur kleine Mängel hat, die sich relativ günstig beheben lassen, kann sich eine Reparatur durchaus lohnen. Ein neuer TÜV ist ein gutes Verkaufsargument und kann den Preis deutlich erhöhen.
Sind jedoch die Werkstattkosten sehr hoch oder sind sicherheitsrelevante Teile betroffen, ist eine Reparatur meist nicht sinnvoll. Als grobe Orientierung gilt: Übersteigen die Reparaturkosten 50–60 % des aktuellen Marktwerts, ist ein Verkauf im Ist-Zustand in der Regel die bessere Entscheidung. In solchen Fällen ist es besser, das Fahrzeug mit abgelaufener Prüfplakette offen und mit realistischen Erwartungen anzubieten.
So lässt sich dein Auto auch ohne TÜV verkaufen – ohne falsche Hoffnungen zu wecken.
Ich habe leider viel zu oft erlebt, dass ein Auto ohne TÜV am Ende ein viel größeres Projekt wurde als gedacht. Über die Kosten möchte ich lieber gar nicht nachdenken.
Risiken und Pflichten beim Verkauf eines Autos ohne TÜV
Auch wenn der Verkauf ohne TÜV erlaubt ist gibt es ein paar Punkte, bei denen es schnell problematisch werden kann. Besonders rund um Probefahrten, die Formulierung des Inserats und spätere Missverständnisse.
Typische Risiken für Verkäufer
- Rechtliche Streitigkeiten: Wurden Mängel nicht klar kommuniziert oder der Zustand anders dargestellt als er war, kann das vor Gericht landen. Bei Gebrauchtwagen ohne TÜV sind Käufer oft besonders sensibel und klagen schneller, wenn sie sich getäuscht fühlen.
- Missverständnisse nach dem Verkauf: Formulierungen wie „Es müssen nur Kleinigkeiten gemacht werden" oder „TÜV ist kein Problem" klingen harmlos, können aber falsche Erwartungen wecken. Selbst wenn es nie deine Absicht war, fühlen sich Käufer betrogen, wenn sich hinterher herausstellt, dass größere Reparaturen nötig sind.
- Haftung bei Probefahrten: Ohne TÜV darf das Fahrzeug nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden. Als Halter haftest du unter Umständen mit, selbst wenn du nicht selbst gefahren bist. Das wird oft unterschätzt.
- Unklare Aussagen im Inserat oder Vertrag: Schwammige Formulierungen wie „laut Vorbesitzer in gutem Zustand" oder „Bastlerfahrzeug" ohne Erklärung sind eine Einladung für Streit. Je ungenauer die Beschreibung, desto größer die Chance, dass Käufer Ansprüche geltend machen. Schreib konkret, was du weißt und was nicht.
Welche Angaben Verkäufer zwingend machen müssen
Als Verkäufer bist du verpflichtet, alle bekannten Mängel anzugeben. Dazu zählen technische Defekte, Schäden an sicherheitsrelevanten Teilen, Ölverlust, fehlerhafte Elektronik und frühere Unfälle. Auch wenn der Verkauf eines Unfallwagens ein eigenes Thema ist, gilt hier dieselbe Grundregel: leg offen, was du weißt, so dass es für den Käufer nachvollziehbar ist.
Selbst wenn ein Schaden längst repariert wurde, solltest du ihn erwähnen. Käufer haben ein Recht auf diese Information. Ehrliche Angaben schaffen Vertrauen und schützen dich vor späterem Ärger.
Kein TÜV: Wann tatsächlich Bußgelder drohen
Viele denken, der Verkauf ohne TÜV zieht automatisch eine Strafe nach sich. Das stimmt nicht. Das Problem ist nicht der Verkauf, sondern das Auto auf öffentlichen Straßen zu fahren.
Ohne gültige HU im Straßenverkehr droht ein Verwarnungsgeld zwischen 15 und 60 Euro, je nachdem wie lange man den TÜV überzogen hat und unter welchen Umständen. Auch Punkte in Flensburg sind möglich, wenn das Fahrzeug als verkehrsunsicher eingestuft wird.
Als Verkäufer wird es heikel, wenn das Fahrzeug noch angemeldet ist und vor der Abmeldung auf öffentlichen Straßen bewegt wird. Dann kann dir eine Mitschuld zugesprochen werden, etwa bei Unfällen oder Kontrollen. Probefahrten daher nur mit Kurzzeitkennzeichen durchführen und den Besitzübergang immer schriftlich regeln.
Welche Unterlagen benötigt man, um ein Auto ohne TÜV zu verkaufen?
Auch ohne TÜV brauchst du bestimmte Unterlagen, um dein Auto zu verkaufen. Und wer gut vorbereitet ist, schafft von Anfang an mehr Vertrauen. Fehlen wichtige Dokumente, wird es dagegen komplizierter.
Was du tun musst, wenn du den Fahrzeugbrief verloren hast und das Auto verkaufen willst, haben wir separat erklärt.
Nachfolgend eine Übersicht welche Papiere beim Autoverkauf benötigt werden:
- Zulassungsbescheinigung Teil I & II: Teil I (Fahrzeugschein) belegt die aktuelle Halterschaft, Teil II (Fahrzeugbrief) weist das Eigentum nach und ist für die Ummeldung zwingend erforderlich.
- Kaufvertrag: Am besten in doppelter Ausführung mit genauen Angaben zu Mängeln, Fahrzeugzustand und fehlendem TÜV. So schützt du dich rechtlich.
- Letzter TÜV-Bericht (falls vorhanden): Auch wenn der TÜV abgelaufen ist, gibt ein alter Prüfbericht dem Käufer eine Orientierung zum Fahrzeugzustand.
- Serviceheft / Reparaturrechnungen (optional, aber hilfreich): Wartungsnachweise und Rechnungen stärken deine Position bei der Preisverhandlung.
- Personalausweis oder Reisepass: Wird bei der Vertragsunterzeichnung von beiden Seiten benötigt.
💡 Tipp
Falls das Auto bereits abgemeldet ist, gib dem Käufer zusätzlich die Stilllegungsbescheinigung mit. Vor allem für Käufer, die das Fahrzeug exportieren möchten, ist das hilfreich.
Versicherung und Zulassung: Wer ist wann verantwortlich?
Solange das Fahrzeug auf deinen Namen zugelassen ist, haftest du dafür, auch wenn du es bereits verkauft hast. Kommt es nach der Übergabe zu einem Unfall, etwa auf dem Heimweg des Käufers, kann deine Versicherung trotzdem haften müssen.
Der TÜV-Status spielt dabei keine direkte Rolle. Ein Auto ohne gültige Hauptuntersuchung ist zwar versichert und zugelassen, aber nur theoretisch fahrbereit. Sobald es im Straßenverkehr bewegt wird, kann der fehlende TÜV zum Problem werden – bei Unfällen, bei Polizeikontrollen. Wird das Fahrzeug als verkehrsunsicher eingestuft, kann die Versicherung Leistungen kürzen oder Regress fordern.
Um rechtliche Fallstricke zu vermeiden, ist es wichtig, den Prozess zu kennen, wie ein Auto in Deutschland angemeldet und auf den neuen Halter umgeschrieben wird.
Wann haftet der Käufer?
Die volle Verantwortung geht erst auf den Käufer über, wenn das Auto um- oder abgemeldet wurde. Auch beim Transport mit Anhänger oder Kurzzeitkennzeichen sollte eindeutig geregelt sein, wer wann haftet. Mündliche Absprachen reichen hierfür nicht aus.
Die beste Vorgehensweise für Verkäufer:
- Das Auto vor dem Verkauf abmelden, sofern keine unmittelbare Ummeldung erfolgt.
- Bei einem angemeldeten Fahrzeug die Übergabe mit einer schriftlichen Besitzübernahme dokumentieren.
- Probefahrten nur mit gültigem Kurzzeitkennzeichen oder rotem Händlerkennzeichen erlauben.
So bist du rechtlich auf der sicheren Seite und vermeidest Missverständnisse nach dem Verkauf.
Auto ohne TÜV verkaufen? Sorge mit einem carVertical-Bericht für volle Transparenz
Ein carVertical-Bericht zur Fahrzeughistorie ersetzt keine technische Prüfung. Er liefert etwas, das in vielen Verkaufsgesprächen fehlt: belegbare Hintergrundinformationen. So lassen sich frühere Schäden, die Laufleistungsentwicklung, Vorbesitzer, Nutzung als Mietwagen oder Taxi schwarz auf weiß zeigen. Das macht einen Unterschied, besonders wenn kein frischer TÜV-Bericht vorliegt.
Auch ein gültiger TÜV hat seine Grenzen. Er besagt lediglich, dass das Auto am Tag der Prüfung die Mindestanforderungen erfüllt hat. Wie trügerisch ein sauberer TÜV-Zettel sein kann, zeigt ein Fall aus unserem Alltag. Wir haben ein Fahrzeug mit gültiger HU verkauft und später wurden massive Mängel entdeckt, die beim TÜV schlicht nicht aufgefallen sind:
Der TÜV erfasst den Zustand an einem Tag. Die Fahrzeughistorie bildet das große Ganze ab. Gerade wenn der TÜV fehlt, ist es umso wichtiger, dass du die Vergangenheit des Fahrzeugs klar und belegbar präsentierst. Ein carVertical-Bericht beantwortet Käuferfragen, bevor sie überhaupt gestellt werden. Das entspannt Verhandlungen und hilft, auch einen Gebrauchtwagen ohne TÜV sauber zu verkaufen.
Wie ein Bericht zur Fahrzeughistorie den Verkauf konkret erleichtert
Ohne TÜV ist Vertrauen das wichtigste Verkaufsargument. Ein carVertical-Bericht ersetzt keine technische Prüfung, zeigt dem Käufer aber, dass du offen mit der Fahrzeughistorie umgehst. Mein Rat: Gib den Bericht schon zu Beginn des Gesprächs weiter, aktiv und nicht erst auf Nachfrage. Das wirkt professionell und nimmt vielen Käufern die erste Skepsis.
Du profitierst davon auf mehreren Ebenen:
- Käufer sind weniger misstrauisch
- Verhandlungen laufen schneller
- Der Verkaufsprozess wird kürzer
- Deine Angaben wirken glaubwürdiger
Weder ein TÜV noch ein carVertical-Bericht kann garantieren, dass ein Auto komplett frei von Mängeln ist. Aber wenn kein Prüfbericht vorliegt, brauchst du eine andere Vertrauensbasis. Die funktioniert am besten mit einem ehrlichen Gesamtpaket aus klaren Angaben, realistischen Erwartungen und nachvollziehbaren Dokumenten.
Du willst ein Auto ohne TÜV verkaufen?
Ein carVertical-Bericht kann Käufern Sicherheit geben – und dir helfen, einfacher und transparenter zu verkaufen.
Auto ohne TÜV sicher verkaufen – Schritt für Schritt
Du möchtest dein Auto verkaufen, aber ohne TÜV? Kein Problem. Solange du strukturiert und ehrlich vorgehst. Mit diesen Schritten klappt der Verkauf auch ohne gültige Plakette:
1.Kläre den Fahrzeugstatus: Mach dir selbst ein genaues Bild. Gibt es bekannte Mängel? Wurde der TÜV nur vergessen oder bewusst nicht gemacht? Je besser du deinen Wagen einschätzen kannst, desto überzeugender trittst du auf.
2.Wähle den passenden Verkaufsweg: Privatverkauf, Händler, Export oder spezialisierter Aufkäufer? Überleg, was dir wichtiger ist: Zeit sparen oder einen besseren Preis erzielen. Nicht jeder Kanal passt zu jedem Auto.
3.Bereite alle Unterlagen vor: Zulassungsbescheinigungen, Kaufvertrag, Wartungsnachweise und falls vorhanden der letzte TÜV-Bericht – halte alle Dokumente griffbereit. Je vollständiger die Dokumente, desto seriöser wirkst du auf Interessenten.
4.Formuliere die Verkaufsanzeige ehrlich: Keine schwammigen Aussagen. Gib offen an, dass kein TÜV vorhanden ist, und nenne bekannte Mängel. Das schützt dich rechtlich und schafft Vertrauen.
5.Regle Transport und Übergabe sicher: Ist das Auto noch angemeldet? Wird es bewegt? Wer haftet bei der Probefahrt? Kläre das im Voraus und halte Besitzübergabe, Kennzeichenstatus und Übergabezeitpunkt schriftlich fest.
6.Schließe den Verkauf sauber ab: Rechtssicherer Kaufvertrag, Übergabe dokumentiert, Fahrzeug gegebenenfalls abgemeldet. So bist du auf der sicheren Seite – auch im Nachhinein.
Mit etwas Vorbereitung, klaren Angaben und der richtigen Verkaufsstrategie kannst du dein Auto auch ohne TÜV ganz unkompliziert verkaufen.
Neue gesetzliche Regelungen und kommende Änderungen, die Verkäufer kennen sollten
Aktuell kannst du dein Auto ohne TÜV noch legal verkaufen – aber das könnte sich bald ändern. Gerade wer sein Auto ohne TÜV privat verkaufen möchte, sollte 2026 im Blick behalten. Die EU plant eine neue Regelung für den Gebrauchtwagenhandel, die ab diesem Jahr greifen soll.
Ziel ist es, Umweltstandards zu stärken und den Export alter Fahrzeuge besser zu kontrollieren. Am 17. Juni 2025 hat der EU-Rat eine gemeinsame Position dazu verabschiedet, wodurch die Regelung konkretere Formen annimmt.
Was bedeutet das konkret für dich als Verkäufer?
Technischer Nachweis soll Pflicht werden
Bei jedem Fahrzeugverkauf soll künftig nachgewiesen werden, dass es sich nicht um ein Altfahrzeug handelt, also um kein Auto mit erheblichen Mängeln oder irreparablen Schäden. Laut Entwurf stehen für diesen Nachweis zwei Möglichkeiten zur Verfügung:
- eine gültige Hauptuntersuchung (TÜV-Bericht)
- oder ein Gutachten eines unabhängigen Kfz-Sachverständigen
Liegt keiner dieser Nachweise vor, darf das Fahrzeug nicht umgemeldet oder exportiert werden – auch nicht, wenn sich beide Parteien einig sind. Diese Verordnung gilt für alle Verkäufe, unabhängig davon, ob sie innerhalb Deutschlands oder ins Ausland erfolgen.
Was bedeutet das für Privatverkäufer?
Nach aktuellem Stand sind rein private Verkäufe, die nicht über Online-Plattformen abgewickelt werden, von der Nachweispflicht ausgenommen. Privatpersonen, die ihr Auto ohne gewerbliche Absicht direkt an eine andere Privatperson verkaufen, müssen keinen Nachweis vorlegen.
Werden aber Plattformen wie mobile.de, eBay Kleinanzeigen oder Autoscout24 genutzt, gilt diese Ausnahme nicht. In diesem Fall müssen möglicherweise auch private Anbieter einen TÜV-Bericht oder ein Gutachten beilegen, um eine Anzeige schalten zu dürfen. Wie genau das aussehen wird, ist noch offen.
Noch nicht beschlossen – aber gut, vorbereitet zu sein
Die Regeln stehen kurz vor der Verabschiedung, sind aber noch nicht endgültig beschlossen. Bis dahin kann sich bei Fristen, Details oder Ausnahmen noch etwas ändern.
Absehbar ist aber schon jetzt: Die Anforderungen an den technischen Zustand von Fahrzeugen werden strenger. Wer einen Gebrauchtwagen ohne TÜV verkaufen möchte, sollte die Entwicklungen im Blick behalten und sich im Zweifel frühzeitig um ein Gutachten oder eine gültige Prüfung kümmern.
