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Keyless Go Schutz: Wie sicher ist ein schlüsselloser Fahrzeugzugang wirklich?

Renata Liubertaitė

Renata Liubertaitė

Das Keyless Go System ist heute keine Luxusausstattung mehr. Selbst in der Mittelklasse verfügen immer mehr Modelle serienmäßig über die schlüssellose Zentralverriegelung per Funk.

Dieses Feature ist mehr als nur ein nettes Gadget, denn es spart Zeit und bietet Komfort im Alltag. Doch dieser Komfort bringt auch ein oft unterschätztes Risiko mit sich, denn das Keyless Go System lässt sich mit recht einfachen Mitteln aushebeln.

Immer wieder kommt es zu Berichten über gestohlene Fahrzeuge, bei denen die Täter das Funksignal abfangen und das Auto innerhalb weniger Sekunden öffnen, ohne Spuren zu hinterlassen. Diese Diebstähle nehmen seit Jahren stetig zu und viele Autofahrer wissen weder, wie angreifbar ihr Fahrzeug tatsächlich ist, noch, wie effektiver Keyless Go Schutz konkret aussieht.

In diesem Artikel erläutern wir, wie Keyless Go funktioniert, welche Angriffsmethoden Kriminelle nutzen und mit welchen Maßnahmen sich Fahrzeuge wirksam schützen lassen.

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Was ist Keyless Go?

Keyless Go ist ein System, das es ermöglicht, ein Auto ohne Schlüssel zu öffnen und zu starten. Anstatt immer in die Jacken- oder Handtasche zu greifen und die Fahrzeugschlösser aktiv bedienen zu müssen, reicht es, wenn sich der Funkschlüssel (Key Fob) in der Nähe des Fahrzeugs befindet. Sobald der Schlüssel erkannt wird, entriegeln sich die Türen von selbst und der Motor lässt sich per Knopfdruck starten.

„Keyless Entry“ bedeutet also nicht, dass es keinen physischen Schlüssel mehr gibt oder das Auto anderweitig bedient wird – der Key Fob ist weiterhin vorhanden, wird aber passiv verwendet. Dadurch entfällt das oft so umständliche Suchen oder Einstecken des Schlüssels, was Keyless Go äußerst praktisch macht.

Gegenüber konventionellen Zugangssystemen bietet Keyless Go mehr Komfort, bringt aber auch neue Herausforderungen in puncto Sicherheit mit sich – insbesondere durch die permanente Funkverbindung zwischen Fahrzeug und Schlüssel. Dieser Aspekt wird von vielen Nutzern häufig unterschätzt.

Wie funktioniert Keyless Go?

Das Keyless Go System basiert auf einer permanenten Funkverbindung zwischen Auto und Schlüssel. Dabei sendet das Fahrzeug in kurzen Abständen regelmäßig ein Signal aus, um in der unmittelbaren Umgebung nach dem passenden Funkschlüssel zu suchen. Sobald sich dieser in Reichweite befindet, antwortet der Key Fob automatisch mit einem verschlüsselten Code.

Wird dieser Code korrekt erfasst, öffnet sich das Auto automatisch. Auch der Motor lässt sich per Knopfdruck starten, sofern sich der Funkschlüssel im Innenraum befindet. Allerdings prüft das System nicht, wer den Schlüssel bei sich trägt, sondern nur, ob das richtige Signal empfangen wird.

Wie weit sendet ein Keyless Go Schlüssel?

Im Gegensatz zu einem Smartphone oder GPS-System nutzt der Keyless-Go-Schlüssel keine weitreichende Verbindung, sondern sendet sein Signal nur über eine sehr kurze Distanz. In der Regel sind es nur wenige Meter, in denen das Fahrzeug den Schlüssel erkennt, wenn man sich der Tür nähert.

Diese geringe Reichweite ist beabsichtigt. Sie ist groß genug, um das Fahrzeug bequem zu öffnen, ohne dass man den Schlüssel aus der Tasche holen muss, und gleichzeitig klein genug, um zu verhindern, dass das Auto unbeabsichtigt auf fremde Signale reagiert.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass das Funksignal dauerhaft aktiv bleibt und somit leicht erreichbar ist. Dadurch eröffnen sich Möglichkeiten für Missbrauch. Warum das zum Sicherheitsrisiko werden kann, erklären wir im weiteren Verlauf.

Was ist der Unterschied zwischen Keyless Go, Keyless Entry und Keyless Start?

Die Begriffe rund um „Keyless“-Systeme werden oft pauschal verwendet oder verwechselt. Dabei gibt es klare Unterschiede zwischen Keyless Go, Keyless Entry und Keyless Start. Zwar basieren alle drei auf derselben Grundlage, sie bieten jedoch jeweils einen unterschiedlichen Funktionsumfang und stellen somit auch verschiedene Sicherheitsanforderungen.

  • Keyless Entry: Das Öffnen oder Schließen des Fahrzeugs ist möglich, ohne dass der Schlüssel aktiv benutzt werden muss, beispielsweise durch Betätigen des Türgriffs. Der Schlüssel muss sich dafür lediglich in der Nähe befinden.
  • Keyless Start: Ermöglicht das Starten des Motors per Knopfdruck, ohne dass der Schlüssel ins Zündschloss gesteckt werden muss. Auch hierfür ist Voraussetzung, dass der Schlüssel im Fahrzeug erkannt wird.
  • Keyless Go: Kombiniert die schlüssellose Zentralverriegelung mit dem Motorstart per Knopfdruck. So kann der Fahrer schnell und einfach das Auto ohne Schlüssel öffnen, starten und losfahren, ohne in die Tasche zu greifen oder die Fahrzeugschlösser bedienen zu müssen.

Je nach Fahrzeugmodell sind die einzelnen Funktionen separat oder in Kombination verfügbar. Viele Autos bieten beispielsweise nur Keyless Entry oder nur Keyless Start, während andere mit Keyless Go ein vollumfängliches, schlüsselloses Zugangssystem bieten. Bei allen drei Systemen wird über denselben Funkschlüssel gesteuert.

Gerade die Kombination aus Türzugang und Motorstart macht den Unterschied, denn sie erlaubt vollständigen Zugriff auf das Fahrzeug. Entsprechend höher ist dann auch das Sicherheitsrisiko. Wenn du diesen Komfort also nutzen möchtest, solltest du auch auf einen effektiven Keyless Go Schutz achten.

Zur besseren Übersicht:

Feature / Begriff

Keyless Entry

Keyless Start

Keyless Go

Öffnet das Auto ohne aktives Nutzen des Schlüssels

✅ Ja

❌ Nein

✅ Ja

Schließt das Auto automatisch

✅ Ja

❌ Nein

✅ Ja

Motorstart ohne Schlüssel im Schloss

❌ Nein

✅ Ja

✅ Ja

Schlüssel muss sich in der Nähe befinden

✅ Ja

✅ Ja

✅ Ja

Vollständiger Zugriff auf Fahrzeug möglich

❌ Nein

❌ Nein

✅ Ja

Gilt als vollständiges Zugangssystem

⚠️ Teilweise

⚠️ Teilweise

✅ Ja

Erhöhtes Diebstahlrisiko durch Signalweiterleitung

⚠️ Mittel

⚠️ Gering

⚠️ Hoch

Vorteile und Nachteile

Keyless Go wird oft als Premium-Funktion vermarktet. Zwar bringt die Technologie echten Alltagskomfort, sie schafft aber gleichzeitig auch neue Herausforderungen in puncto Sicherheit. Im Folgenden findest du eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Vor- und Nachteile.

Welche Vorteile hat Keyless Go?

  • Mehr Komfort im Alltag: Kein Suchen mehr nach dem Schlüssel. Die schlüssellose Zentralverriegelung erkennt automatisch, wenn du dich dem Auto näherst oder einsteigen willst.
  • Schneller Motorstart ohne Zündschlüssel: Einfach einsteigen, Startknopf drücken und losfahren. Das spart Zeit, was besonders in hektischen Momenten sehr praktisch ist.
  • Automatisches Verriegeln: Einige Systeme schließen das Auto automatisch ab, sobald du dich davon entfernst. So wird das Risiko minimiert, dass du das Fahrzeug versehentlich offen lässt.
  • Moderne Ausstattung: Keyless-Systeme gehören zur modernsten Technik und sind ein positiver Aspekt beim Wiederverkauf.

Welche Nachteile hat Keyless Go?

  • Sicherheitsrisiken durch Funktechnik: Das permanente Funksignal lässt sich unter bestimmten Umständen abfangen und weiterleiten. So können Diebe das Auto öffnen und starten, ohne den Schlüssel zu besitzen. Besonders gefährdet sind Fahrzeuge ohne zusätzlichen Schutz gegen sogenannte Relay-Angriffe.
  • Höherer Energieverbrauch: Da das System dauerhaft auf Funksignale reagiert, benötigen sowohl das Fahrzeug als auch der Schlüssel ständig Energie. Leere Schlüsselbatterien im ungünstigsten Moment sind keine Seltenheit.
  • Höhere Reparaturkosten: Die Technik hinter Keyless Go ist komplexer als bei herkömmlichen Schlüsseln. Bei Defekten sind Reparaturen oder Ersatzteile entsprechend kostspielig.

Wie funktioniert der Diebstahl per Keyless-Go-Signalabgriff?

Keyless-Systeme wurden entwickelt, um den Alltag zu erleichtern. Doch genau dieser zusätzliche Komfort macht sie leider auch anfällig für eine bestimmte Art von Diebstahl: den sogenannten Relay-Angriff, auch Signal- oder Funkverlängerung genannt.

Dabei benötigen Diebe nicht einmal einen physischen Schlüssel, um sich vollen Zugang zum Fahrzeug zu verschaffen. Es reicht, das Signal des Schlüssels zu „verlängern“.

So läuft ein Relay-Angriff typischerweise ab:

  1. 1.Signal erfassen: Die Täter arbeiten in der Regel zu zweit. Einer positioniert sich dazu in der Nähe des Hauses oder der Wohnung, in der sich der originale Schlüssel befindet. Oft reicht es bereits, sich in der Nähe der Haustür aufzuhalten. Mit einem Empfängergerät lässt sich das Keyless Go Signal abfangen und für den Diebstahl nutzbar machen.

  2. 2.Signal verlängern: Das Signal wird dann über ein zweites Gerät an den Komplizen weitergeleitet, der sich in der Nähe des geparkten Autos befindet. Dadurch wird dem Fahrzeug signalisiert, dass sich der richtige Schlüssel in unmittelbarer Nähe befindet.

  3. 3.Auto öffnen und starten: Das Fahrzeug erkennt das empfangene Signal als gültig, entriegelt automatisch die Türen und lässt sich starten. Dabei entsteht kein Schaden und es bleiben keine Spuren zurück – und der Schlüssel liegt noch immer im Flur.

Der Relay-Angriff funktioniert, weil das System lediglich prüft, ob das richtige Signal vorhanden ist, nicht aber, woher es stammt. Es kann den Unterschied zwischen einem echten Schlüsselsignal und einem weitergeleiteten Signal nicht erkennen.

Diese Methode ist besonders heimtückisch, da sie vollkommen geräuschlos und unauffällig vonstattengeht. Oft merkt der Fahrzeugbesitzer erst nach Stunden, dass sein Auto verschwunden ist. Daher ist ein effektiver Keyless Go Schutz besonders wichtig, um solche Angriffe gezielt zu verhindern.

In den meisten Fällen von Keyless-Diebstahl wird das Auto nicht gehackt, sondern einfach ausgetrickst. Wenn ein Signal weitergeleitet wird, glaubt das Fahrzeug, dass der echte Schlüssel in der Nähe ist, und entriegelt wie vorgesehen.

Matas Buzelis, Autoexperte bei carVertical

Weitere Methoden, die Kriminelle nutzen

Neben Relay-Angriffen existieren weitere Ansätze, um Fahrzeuge mit schlüssellosem Zugangssystem zu stehlen. Dazu zählen:

  • Signal-Störsender (Jammer): Sie blockieren das Verriegeln, sodass das Auto offen bleibt.
  • Schlüsselkopien (Key Cloning): Durch Zugriff auf die OBD-Schnittstelle oder eine schwache Verschlüsselung.
  • Software-Exploits: z. B. durch Manipulation von Steuergeräten oder der Fahrzeugbeleuchtung.

Technische Angriffe sind allerdings nicht das einzige Risiko. Wer ein neues Auto sucht, sollte auch die häufigsten Betrugsmaschen beim Autokauf kennen.Wie sicher sind Keyless Go Systeme wirklich?

Keyless-Go-Fahrzeuge sind nicht umsonst ein besonders begehrtes Ziel für Autodiebe, denn sie lassen sich mit dem richtigen Equipment besonders unauffällig und schnell aushebeln. Ein kurzer Moment genügt, um das Auto lautlos zu öffnen und zu starten, ohne dass die Umgebung Verdacht schöpft.

Alarmsysteme greifen in den meisten Fällen nicht, da der Zugang über ein vermeintlich autorisiertes Signal erfolgt. Gerade in Wohngebieten, auf Hotelparkplätzen oder in Tiefgaragen bleiben solche Diebstähle daher oft lange unbemerkt. Den Besitzern fällt das Fehlen ihres Fahrzeugs meist erst Stunden später auf, wenn sich der Täter samt Auto längst außer Reichweite befindet.

Diese Einfachheit und die fehlenden Spuren machen Keyless-Go-Diebstähle zu einer besonders tückischen Form des Fahrzeugdiebstahls. Genau deshalb ist es wichtig, dass Fahrzeughalter dieses Risiko erkennen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.

Woran erkennt man, ob ein Auto gestohlen oder manipuliert wurde?

Daher lassen sichBei Keyless-Go-Diebstählen bleiben Türen und Schlösser in der Regel unversehrt. Manipulationen oder Diebstahlvorgeschichten bei gebrauchten Fahrzeugen nicht immer durch eine visuelle Überprüfung erkennen. Wer sich also für einen Gebrauchtwagen mit schlüssellosem Zugang interessiert, sollte deshalb vor einer Kaufentscheidung unbedingt erst einen Blick in die Fahrzeughistorie werfen.

Ein carVertical-Bericht kann dabei helfen, Warnzeichen wie internationale Diebstahlmeldungen, ungewöhnliche Halterwechsel oder lückenhafte Registrierungen frühzeitig zu erkennen. Genau diese Details werden auf den ersten Blick oft übersehen.

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Wie kann seinen Keyless Go Schlüssel schützen?So praktisch und komfortabel Keyless-Go-Systeme im Alltag auch sind, ohne angemessene Schutzmaßnahmen besteht ein ernstzunehmendes Diebstahlrisiko. Die gute Nachricht: Durch eine Kombination aus einfachen Mitteln und bewusstem Verhalten lässt sich dieses Risiko deutlich senken. Je vielseitiger der Schutz, desto besser.

Physische Schutzmaßnahmen

Um den Keyless Go Schlüssel effektiv zu schützen, empfiehlt es sich, ihn in einer speziellen Hülle oder Box mit Funkabschirmung – sogenannten RFID- oder Faraday-Produkten – zu verwahren. So wird verhindert, dass der Schlüssel unkontrolliert sendet und sich das Keyless Go Signal abfangen lässt. Auch signalblockierende oder speziell beschichtete Aufbewahrungsorte für zu Hause erfüllen diesen Zweck. Sie sind einfach anzuwenden, kostengünstig und bieten eine zuverlässige Grundlage für den Keyless Go Schutz.

Einfache Schutzmaßnahmen wie das Blockieren des Schlüsselsignals, wenn es nicht gebraucht wird, können das Risiko erheblich reduzieren. Keyless-Systeme werden vor allem dann gefährlich, wenn sie ungeschützt bleiben.

Matas Buzelis, Autoexperte bei carVertical

Fahrzeugseitige Schutzmaßnahmen

Technische Sicherheitsvorkehrungen am Fahrzeug selbst bieten eine weitere Schutzebene. Viele Fahrzeughersteller bieten zusätzliche Sicherheitsfunktionen an, wie beispielsweise Bewegungssensoren im Schlüssel, die das Signal nur aktivieren, wenn der Schlüssel bewegt wird. Darüber hinaus lassen sich Wegfahrsperren oder PIN-basierte Startsysteme einrichten, die das System gegen Schwachstellen absichern.

Das eigene Nutzungsverhalten

Das eigene Verhalten spielt eine zentrale Rolle. Ein bewusster Umgang mit dem System kann viele Risiken von vornherein vermeiden. Ein paar einfache Regeln helfen:

  • Den Schlüssel nie ungeschützt in der Nähe von Fenstern oder Hauseingängen ablegen.
  • Das Fahrzeug, wenn möglich, in einer verschlossenen Garage abstellen.
  • Eine elektronische Sicherung durch mechanische Maßnahmen ergänzen (z. B. Lenkradkralle).
  • Bei Verdacht auf Manipulation das Fahrzeug prüfen lassen.

Ein ganzheitlicher Keyless Go Schutz vereint physische, technische und verhaltensbezogene Maßnahmen. So bleibt der Komfort von Keyless Go erhalten, ohne dass die Sicherheit vernachlässigt wird.

Kann man Keyless Go deaktivieren?

Je nach Hersteller und Modell lässt sich die Keyless-Go-Funktion bei vielen Fahrzeugen ganz oder teilweise deaktivieren. Bei einigen ist diese Funktion im Bordcomputer zu finden, bei anderen lässt sie sich über eine Tastenkombination am Schlüssel aktivieren.

In manchen Fällen ist eine Deaktivierung allerdings nur über die Werkstatt oder eine spezielle Programmierung möglich. Hier lohnt sich ein Blick ins Handbuch oder eine Rückfrage beim Hersteller.

Besonders in risikoreichen Wohngegenden oder bei längerer Standzeit kann die Deaktivierung einen sinnvollen zusätzlichen Keyless Go Schutz bieten. In weniger gefährdeten Umgebungen ist es eine persönliche Entscheidung, bei der man den Komfort und den Aufwand gegeneinander abwägen sollte.

Wichtig zu beachten

Die meisten Systeme lassen sich nur vorübergehend deaktivieren und nach dem nächsten Entriegeln wird Keyless Go oft automatisch wieder aktiv. Wer dauerhaft schützen will, sollte auf zusätzliche Schutzmaßnahmen setzen.

Mythen und Irrtümer rund um Keyless Go

Zu Keyless-Go-Systemen kursieren viele Annahmen, von denen einige schlichtweg falsch oder nur halb wahr sind. Im Folgenden beleuchten wir einige Missverständnisse, die zeigen, wo sich Technik und Wahrnehmung oft unterscheiden:

1. „Diebe müssen Zugriff auf den Schlüssel haben“

Falsch. Bei einem Relay-Angriff müssen die Täter den Schlüssel nicht einmal berühren. Es reicht aus, wenn sich dieser beispielsweise in der Jackentasche im Flur befindet, da der Funkschlüssel dauerhaft sendet und mit entsprechender Technik aus der Ferne „verlängert“ werden kann.

2. „Der Schlüssel funktioniert nur, wenn ich direkt neben dem Auto stehe“

Nicht ganz. Der Schlüssel reagiert, sobald er ein Signal vom Fahrzeug empfängt. Das funktioniert unabhängig davon, ob sich der Besitzer in der Nähe befindet oder nicht. Genau das macht Signalverlängerung überhaupt möglich.

3. „Manuelles Abschließen schützt vor Funkangriffen“

Leider nicht. Selbst wenn das Fahrzeug manuell abgeschlossen wird, bleibt das Keyless-System aktiv und somit anfällig für Signalverlängerung.

4. „Keyless-Go-Diebstahl ist vor allem ein Großstadtproblem“

Diese Annahme ist trügerisch. Solche Diebstähle geschehen genauso in Vororten oder ländlichen Gebieten. Oft suchen die Täter gezielt nach ruhigen Wohnstraßen, in denen sie unbehelligt agieren können.

5. „Nur Luxusautos sind betroffen“

Im Gegenteil. Häufig sind beliebte Mittelklassemodelle das Ziel, da ihre Ersatzteile und der Wiederverkaufswert auf dem Markt besonders gefragt sind.

6. „Neuere Fahrzeuge sind automatisch vor Keyless-Diebstahl geschützt“

Nicht zwangsläufig. Einige Fahrzeughersteller haben ihre Systeme bereits verbessert, beispielsweise durch Bewegungssensoren im Schlüssel. Aber ohne weitere Schutzmaßnahmen bleibt weiterhin ein Restrisiko bestehen.

7. „Die Versicherung übernimmt bei Keyless-Go-Diebstahl immer problemlos den Schaden“

Das ist bei weitem nicht immer der Fall. Tatsächlich kann die Schadensregulierung schwierig werden, wenn es keine sichtbaren Einbruchspuren gibt. Viele Versicherungen verlangen Nachweise oder stellen Rückfragen zur Sicherung des Fahrzeugs.

Lohnt sich Keyless Go heutzutage noch?

Keyless Go bietet zweifellos Komfort. Besonders im Alltag bei Erledigungen ist es sehr praktisch, wenn sich das Fahrzeug ganz ohne jeglichen Aufwand öffnen und starten lässt. Nicht mehr manuell aufschließen oder den Schlüssel einstecken zu müssen, ist ein kleiner Luxus, den viele nicht mehr missen möchten.

Mit steigenden Zahlen von Keyless-Go-Diebstählen rückt jedoch auch die Sicherheitsfrage in den Vordergrund. Wer das System nutzt, muss es nicht zwangsläufig abschalten, sollte es aber zumindest absichern. Mit einfachen Maßnahmen wie signalblockierenden Schutzhüllen oder einem bewussten Umgang mit dem Schlüssel lässt sich das Risiko deutlich senken.

Letztendlich kommt es bei der Frage, ob sich Keyless Go lohnt, auf die persönliche Nutzung und das Sicherheitsbedürfnis an. Wer das System nutzen möchte, kann es mit relativ einfachen Mitteln gut absichern. Wer sich unwohl fühlt, kann es bei vielen Fahrzeugen auch deaktivieren oder einschränken. Wichtig ist nur, dass der Komfort nicht auf Kosten der Sicherheit geht.

Häufig gestellte Fragen

Renata Liubertaitė

Artikel von

Renata Liubertaitė

Renata ist Autorin mit mehr als 8 Jahren Erfahrung in den Bereichen Verlagswesen, Marketing und SaaS-Unternehmen. Das Schreiben über hochtechnische Themen hat sie in verschiedenen Bereichen gelernt. Sie schafft es komplexe Dinge in verständliche Worte zu fassen. Wenn sie nicht gerade für carVertical schreibt, liebt sie Heimwerkerprojekte und spontane Fahrradtouren.