19.06.2026
Mazda CX-60 Diesel Probleme: Sechszylinder-Leistung, aber zu welchem Preis

Ein großer Diesel-SUV von Mazda, der es mit BMW X3 und Audi Q5 aufnehmen kann – das klang 2022 nach einem echten Geheimtipp. Der CX-60 brachte frischen Wind: neu entwickelter 3,3-Liter-Sechszylinder, Hinterradantrieb als Basis, Innenraum mit Premiumanspruch. Auf dem Papier stimmte vieles.
In der Praxis zeigten sich früh Mazda CX-60 Diesel Probleme, die man von einem Neuwagen dieser Klasse nicht erwartet. Ruckeliges Getriebe, Probleme mit der Federung, die manchen Besitzer schon zur Nachrüstung getrieben hat, und Startschwierigkeiten, die sogar zu einem Rückruf geführt haben. Das ist zwar kein Totalausfall, aber auch kein gutes Zeugnis für ein Auto, das noch unter Garantie steht.
Was genau hinter den Problemen steckt, welche Varianten betroffen sind und was du beim Kauf eines gebrauchten Mazda CX-60 Diesels wissen solltest, klären die folgenden Abschnitte.
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Wie fährt sich der CX-60 Diesel
Den Mazda CX-60 mit 3,3-Liter-Sechszylinder-Motor gibt es in zwei Leistungsstufen: 200 PS mit Hinterradantrieb oder 254 PS mit Allradantrieb. Beide Varianten sind an eine 8-Gang-Wandlerautomatik gekoppelt. Das Drehmoment liegt je nach Version bei 450 oder 550 Nm – genug, um das knapp über zwei Tonnen schwere SUV mühelos voranzutreiben.
Im Alltag fällt der Motor durch seinen charakteristischen Klang auf. Im Leerlauf und bei niedriger Last ist er deutlich hörbar. Wer aber einmal Gas gibt, versteht schnell, warum viele Fahrer trotzdem an ihm hängen. Der kernige Klang ab etwa 3.000 U/min macht Laune und der Schub setzt spontan ein. Laut Testberichten liegt der Realverbrauch bei rund 5,6 Litern auf 100 Kilometern – für ein Fahrzeug dieser Größe ein guter Wert.
Was viele Fahrer in ihren Erfahrungen mit dem Mazda CX-60 Diesel bemängeln, sind nicht die Fahrleistungen – die Probleme beim 254-PS-Diesel wie beim 200-PS-Modell liegen woanders: Getriebe, Fahrwerk und vereinzelt der Motor selbst.
Die wichtigsten Mazda CX-60 Diesel Probleme
Mazda baut seit Jahren zuverlässige Benziner: Die Skyactiv-G-Motoren haben sich über mehr als zehn Jahre bewährt.
Der 3,3-Liter-Diesel ist eine andere Geschichte, was einige Besitzer früher als erwartet merken. Er wurde 2022 zusammen mit dem CX-60 eingeführt und hat somit noch keine lange Lebensdauer nachweisen können. Belastbare Aussagen zur Langzeitzuverlässigkeit fehlen noch.
Was sich aber jetzt schon abzeichnet: Die Probleme mit dem Mazda CX-60 Diesel treten teils früh auf, und das bei Fahrzeugen, die sich noch in der Garantiezeit befinden.
Typische Dieselprobleme beim Mazda CX-60
Viele der bekannten Schwachstellen sind keine Mazda-spezifischen Fehler, sondern klassische Diesel-Themen. Dazu gehören:
- Dieselpartikelfilter (DPF): Verstopft vor allem bei häufigen Kurzstreckenfahrten, weil der Filter keine ausreichend hohen Temperaturen zur Regeneration erreicht.
- Turbolader: Druckverlust, Leistungsabfall und erhöhter Ölverbrauch sind typische Anzeichen für Verschleiß. Solche Berichte wurden bereits für den CX-60 gemeldet.
- AGR-Ventil und Einspritzdüsen: Rußablagerungen können zu unrundem Motorlauf und steigenden Reparaturkosten führen.
- Steuergerät: Einzelne Berichte von Startproblemen und ungewöhnlichen Motorgeräuschen deuten auf Probleme in der Motorsteuerung hin.
- Zweimassenschwungrad: Geräusche aus dem Antriebsstrang, besonders beim Gangwechsel, wurden von mehreren Fahrern beschrieben.
Darüber hinaus wurden vereinzelt harte Kaltstarts und deutlich hörbare, ungewöhnliche Motorgeräusche gemeldet, die über normale Dieseltypik hinausgehen.
All diese Probleme treten auf, während die betroffenen Fahrzeuge noch unter Garantie stehen. Was nach Ablauf der Gewährleistung folgt, ist unklar, da der Motor noch nicht genug Laufleistung auf der Uhr hat, um das beurteilen zu können.
Das Getriebe schaltet ruckartig und unruhig
Das ist kein Defekt, der sich reparieren lässt – es ist ein Konstruktionsmerkmal. Der CX-60 wird ausschließlich mit der 8-Gang-Wandlerautomatik 8EC-AT geliefert, und die überzeugt nicht in jeder Situation. Im Stadtverkehr und bei niedrigen Geschwindigkeiten ruckelt das Getriebe, die Gangwechsel fallen unruhig aus, und gelegentlich wirkt es, als suche das System noch nach der richtigen Entscheidung.
Hinzu kommt, dass die Übertragung für ein Drehmoment von bis zu 550 Nm offenbar nicht uneingeschränkt ausgelegt ist. CX-60-Besitzer berichten auffällig häufig von Geräuschen aus dem Zweimassenschwungrad – ein Hinweis, dass das Getriebe an seine Grenzen stößt.
Das Fahrwerk schwingt zu stark nach
Für ein großes, schweres SUV mit Sechszylindermotor wirkt das Fahrwerk des CX-60 ungewohnt unruhig. Viele Fahrer beschreiben die Federung als zu hart und zu nachschwingend, besonders auf schlechten Straßen. Dass einige Besitzer sich bereits Nachrüst-Stoßdämpfer einbauen lassen, obwohl das Fahrzeug noch unter Garantie steht, spricht für sich.
Rückrufe beim Mazda CX-60
Für den CX-60 wurden bislang mehrere Rückrufaktionen durchgeführt:
- Diesel – Motor startet nicht nach Start-Stopp: Bei Dieselmodellen aus dem Erstzulassungszeitraum 28. September 2022 bis 1. Februar 2023 kann der Motor nach einer automatischen Abschaltung durch das Start-Stopp-System nicht selbstständig wieder anspringen. Lösung: Software-Update in der Werkstatt.
- PHEV – Display-Totalausfall: Bei Plug-in-Hybrid-Modellen aus dem Zeitraum 15. März 2022 bis 21. Januar 2023 kann das Kombiinstrument beim Starten des Fahrzeugs komplett ausfallen. Ebenfalls per Software-Update behebbar.
- Winter-Kompletträder aus dem Zubehör: Einige Räder aus dem Mazda-Zubehörprogramm entsprechen nicht den Herstellervorgaben. Betroffen sind Fahrzeuge mit Erstzulassung zwischen 2. Juni 2022 und 31. Dezember 2022. Besitzer müssen selbst prüfen, ob solche Räder montiert sind.
Ob dein Fahrzeug betroffen ist, lässt sich über die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) auf der Website von Mazda Deutschland oder beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) prüfen.
Sind die Benzinversionen die bessere Wahl?
Kommt der CX-60 Diesel in die Jahre, wird sich zeigen, wie gut er wirklich ist. Bis dahin hat der Benziner einen klaren Vorteil: Die Skyactiv-G-Motoren sind seit über zehn Jahren in Produktion und haben sich als zuverlässig erwiesen. Der 3,3-Liter-Diesel ist dagegen erst seit 2022 auf dem Markt, sodass Langzeiterfahrungen fehlen. Und Mazdas frühere Skyactiv-D-Dieselmotoren hatten keinen guten Ruf, was die Erwartungen an den Nachfolger nicht gerade senkt.
Für längere Strecken ist der Diesel trotzdem sinnvoll. Der 12,4-kW-Synchronmotor unterstützt den Verbrenner als Mild-Hybrid und kann den Realverbrauch auf etwa 5,5 bis 6 Liter auf 100 Kilometer senken – bemerkenswert für ein Fahrzeug dieser Größe. Auf Überland- und Autobahnstrecken zeigt der Diesel, was er kann.
Kurzstrecken belasten den Diesel besonders stark. Tägliches Pendeln unter 20 Kilometern erhöht das Risiko für einen verstopften DPF und einen erhöhten Turboladerverschleiß spürbar. Kurze Strecken verhindern die Regeneration des Partikelfilters. Und das summiert sich.
Der Plug-in-Hybrid ist konzeptionell anders ausgelegt. Mit bis zu 60 Kilometern rein elektrischer Reichweite kommt er im Alltag praktisch ohne Kraftstoff aus. Mazda CX-60 Plug-in-Hybrid Probleme gibt es zwar auch – vor allem ungenaue Reichweitenangaben werden vereinzelt berichtet – aber für Kurzstreckenfahrer ist er dem Diesel in vielen Fällen vorzuziehen. Viel Autobahn dagegen, und ohne Ladung fährt der PHEV als schwerer Benziner mit entsprechendem Verbrauch.
Worauf du beim Kauf eines gebrauchten Mazda CX-60 Diesel achten solltest
Du bist drauf und dran, einen CX-60 Diesel als Gebrauchtwagen zu kaufen. Er fährt sich gut, der Verbrauch klingt vernünftig und optisch macht er einiges her. Aber das reicht hier nicht. Der Motor ist jung, die Langzeiterfahrungen sind dünn, und die bekannten Schwachstellen verlangen mehr als einen Besichtigungstermin.
Prüfe die Laufleistung und Unfallschäden im Fahrzeugbericht
Mehr als jedes dritte in Deutschland geprüfte Fahrzeug hatte laut carVertical-Daten Unfallschäden in der Historie. Tachomanipulation ist kein Randphänomen: Verkäufer drücken den angezeigten Kilometerstand teils um die Hälfte, um den Preis in die Höhe zu treiben. Betrug mit Gebrauchtwagen läuft oft genau so ab: unauffällig und schwer nachzuweisen, wenn man nur das Fahrzeug selbst begutachtet.
Ein Bericht zur Fahrzeughistorie bringt Dinge ans Licht, die beim Besichtigungstermin unsichtbar bleiben: frühere Vorbesitzer, Nutzung als Taxi, Mietwagen oder Dienstfahrzeug, offene Rechtsprobleme und historische Fotos – sofern verfügbar.
So rufst du einen carVertical-Bericht ab:
- FIN notieren: Die Fahrgestellnummer (FIN/VIN) findest du im Fahrzeugschein, auf dem Armaturenbrett (durch die Windschutzscheibe sichtbar) oder im Türrahmen.
- FIN eingeben: Gib die Nummer auf carvertical.de ein.
- Bericht abrufen: Der Bericht wird sofort erstellt und zeigt Kilometerstandshistorie, Schadenseinträge, Fahrzeugnutzung und weitere verfügbare Daten.
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Vermeide kostspielige Probleme, indem du die Fahrzeughistorie prüfst. Erhalte sofort einen Bericht!
Führe eine gründliche Probefahrt durch
Beim CX-60 Diesel ist eine Probefahrt kein Pflichtprogramm, das du in fünf Minuten abhakst. Lass den Motor kalt starten und achte darauf, ob er ruhig anspringt oder zögert. Achte auf ungewöhnliche Geräusche aus dem Motorraum. Metallisches Rasseln kann beispielsweise auf Probleme mit der Steuerkette oder dem Zweimassenschwungrad hinweisen. Beobachte außerdem, ob übermäßig Rauch aus dem Auspuff austritt. Blauer Rauch deutet auf einen erhöhten Ölverbrauch hin, weißer Qualm auf Kühlmittel im Brennraum.
Fahre auch ein Stück im Stadtverkehr. So kannst du feststellen, ob das Getriebe ruckartig schaltet oder unruhig reagiert. Beides ist beim CX-60 bekannt und lässt sich in der Praxis gut beurteilen.
Lass eine professionelle Inspektion durchführen
Eine Probefahrt zeigt nicht alles. Ein erfahrener Mechaniker erkennt auf der Hebebühne Mängel, die von außen nicht sichtbar sind: Ölspuren unter dem Motor, eine undichte Abgasanlage oder lose bzw. korrodierte Teile am Fahrwerk.
Beim CX-60 Diesel lohnt es sich, die Stoßdämpfer gezielt prüfen zu lassen, da das Fahrwerksproblem bekannt ist und der Verschleiß hier früh einsetzt. Mit dem richtigen Werkzeug erhältst du eine verlässlichere Einschätzung des Fahrzeugzustands als durch Augenschein allein.
Lohnt sich der Mazda CX-60?
Der Mazda CX-60 bringt einiges mit. Das Kofferraumvolumen liegt bei 570 bis 1.726 Litern – damit schlägt er manchen deutschen Konkurrenten in der gleichen Klasse. Die Anhängelast beträgt je nach Variante bis zu 2.500 kg, was ihn für Gespannfahrer zu einer ernstzunehmenden Option macht.
Der Innenraum wirkt auf den ersten Blick hochwertig mit seiner Echtholz- und Lederausstattung sowie der durchdachten Materialauswahl. Bei genauerer Betrachtung sind allerdings vereinzelte Klappergeräusche zu vernehmen, vor allem im Bereich der Türverkleidungen und der Mittelkonsole. Ein adaptiver Tempomat gehört nicht zur Serienausstattung und muss als Teil eines Pakets dazugekauft werden.
Neu liegt der Einstiegspreis für den Diesel bei rund 58.000 Euro, gut ausgestattete Exemplare kommen schnell auf über 65.000 Euro. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind frühe Modelle inzwischen ab etwa 38.000 bis 45.000 Euro zu finden, je nach Ausstattung und Laufleistung. Die CX-60 Erfahrungen vieler Mazda-Fahrer sind gemischt: Auf Langstrecken ist man häufig zufrieden, im Stadtverkehr stößt man schneller auf die bekannten Schwächen.
So premium wie ein BMW X3 oder Audi Q5 ist der CX-60 nicht. An einigen Details hapert es, das Getriebe gilt weiterhin als Schwachpunkt. Was ihn trotzdem interessant macht: das eigenständige Design, eine breite Motorenpalette und ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das im Segment nicht selbstverständlich ist. Nur bei den Dieseln solltest du die Erwartungen an die Langzeitzuverlässigkeit niedrig halten. Die Benziner haben sich bewährt, der Diesel jedoch noch nicht.
